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Förderung von Einzelmaßnahmen im Bestand nach BEG

Förderung von Erneuerbaren Heiztechniken attraktiv wie nie

Stand: 01.07.2021

Das BAFA hat mit Wirkung zum 1.1.2021 neue Förderrichtlinien für Einzelmaßnahmen veröffentlicht. Diese sind Bestandteil der Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG). Näheres zur BEG erfahren Sie unter https://www.zvshk.de/themen/beg-bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude/ Die Förderrichtlinien ermöglichen Zuschüsse bis zu 55%, sind vergleichsweise leicht verständlich und bürokratiearm zu beantragen. Verglichen mit der Förderung bis Ende 2019 kann die neue Richtlinie im Einzelfall mehr als eine Verdreifachung der Förderung bedeuten. Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel für eine Wärmepumpe bei einer Investition von 30.000 € mindestens 10500 € Förderung möglich sind. Im Vergleich zur Situation im Jahr 2020 ergeben sich nur punktuell Verschiebungen.

Einzelmaßnahmen sind in Wohn- und Nichtwohngebäuden förderfähig. Dabei gibt es im Einzelfall unterschiedliche Maßnahmen. Der ZVSHK erklärt im Folgenden die Grundlagen mit Schwerpunkt Bestandsanlagen im selbst genutzten Einfamilienhausbereich und gibt Hinweise für die weitere Vertiefung.

Förderanträge aus 2019 oder 2020 werden unabhängig von der tatsächlichen Bearbeitung durch das BAFA nach den alten Regularien abgewickelt. Eine Neubeantragung der gleichen Maßnahme ist nicht möglich.

Wichtig: Auch wer eine Austauschverpflichtung nach Energieeinsparverordnung (EnEV) § 10/ Gebäudeenergiegesetz (GEG) § 72 hat, wird gefördert. Das ist gegenüber der Fördersituation im Jahr 2020 eine Verbesserung und betrifft bei Kesseln ab 30 Jahre im Wesentlichen Gebäude, wenn diese nicht selbst bewohnt werden oder den Eigentümer gewechselt haben.

Zum 1.7.2021 wurde die Förderrichtlinie angepasst. Wichtig sind zwei Änderungen. Neu und den bisherigen Ankündigungen entsprechend ist die Möglichkeit, auch Einzelmaßnahmen über die KfW mit entsprechendem Teilschulderlass abzuwickeln. Ebenfall neu, aber unerwartet, ist das zusätzlich eingefügte Kapitel 5 in den technischen Mindestanforderungen, das "Leistungen des Energieeffizienz-Experten und des Fachunternehmers" beschreibt. Grundsätzlich ist eine Zusammenfassung der Anforderungen zu begrüßen. Leider sorgen die Formulierungen im Einzelnen eher für zusätzliche Unklarheit. Der ZVSHK hat hier eine Stellungnahme gegenüber dem BMWI abgegeben. Eine Antwort des BMWI steht noch aus. Nach derzeitigem Stand muss abgewartet werden, wie diese Regelungen bei der Antragstellung seitens BAFA bzw. KfW gelebt werden. Um sich hier eine Übersicht zu verschaffen, empfiehlt es sich, sich auf den Seiten des BMWI die Förderrichtlinie mit kenntlich gemachten Änderungen anzusehen. Der Link findet sich unter "Downloads und Links".

Darüber hinaus gibt eine Reihe von Änderungen, die das Massengeschäft, den Austausch des Wärmeerzeugers, nicht treffen. Auch hier empfiehlt es sich, die Richtlinie mit den kenntlich gemachten Änderungen zu lesen, wenn man schon Erfahrung mit der vorangegangenen Förderrichtlinie hat.

FAQ des ZVSHK zur Förderung von Einzelmaßnahmen im Bestand nach BEG

BEG - Was wird gefördert (allgemein)?

BEG: Neue Förderrichtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude

Gefördert werden Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden, die den in der Anlage zu dieser Richtlinie niedergelegten technischen Mindestanforderungen entsprechen, durch Fachunternehmen durchgeführt werden, sowie zu einer Verbesserung des energetischen Niveaus des Gebäudes führen. Ziele sind die Minderung von CO2-Emissionen, die Erhöhung der Energie-Effizienz und des Anteils erneuerbarer Wärme und Kälte im Gebäudesektor in Deutschland.

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt für Einzelmaßnahmen je nach Maßnahme zwischen 300 und 2.000 Euro (brutto). Mit den Einzelmaßnahmen sind aus dem Bereich SHK u.a. neue Wärmeerzeuger gemeint, aber auch alle Arbeiten, die für den Einbau notwendig sind. So sind im Prinzip alle Folgekosten förderfähig, zum Beispiel Maurerarbeiten für Durchbrüche, Demontage von Altanlagen,… Ebenfalls förderfähig sind Optimierungsmaßnahmen an der Heizung, der Einbau einer Lüftungsanlage der Einbau smarter Techniken zum Energiemanagement und Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Alles läuft über den gleichen Antrag (One-Stop-Shop).

Gefördert wird anteilsmäßig. Je nach Maßnahme wird ein Anteil von 20-55% ausgezahlt. Bei den im Jahr 2020 meist beantragten Maßnahmen (Wärmepumpe bzw. Biomassekessel) liegt der Fördersatz bei 35% bzw. 45% bei Wechsel von einer Ölheizung.

Warum wird gefördert?

Im Rahmen des Klimapaketes der Bundesregierung wird für Deutschland bis 2050 eine CO2-Neutralität angestrebt. Investitionen in den Gebäudebestand haben eine lange Lebensdauer. Im Sinne des Klimaschutzes unbefriedigende Lösungen blockieren daher für sehr lange Zeiträume dringend benötigte CO2-Einsparungen. Um diese Ziele zu erreichen, ist unter anderem eine mittelfristige Abkehr von fossilen Brennstoffen notwendig. Daher werden Nutzer, die frühzeitig zu erneuerbaren Energien wechseln, durch die neuen Förderprogramme belohnt.

Kann ich noch mit Gas oder Öl heizen?

Entgegen der bisweilen etwas reißerischen Berichterstattung der letzten Monate wird das noch weiterhin erlaubt und auch möglich sein. Wer heute einen Öl- oder Gaskessel kauft, wird ihn voraussichtlich noch bis zum Ende der Gerätelebensdauer betreiben können. Allerdings ist ein mittelfristiges Ende der Verbrennung von fossilen Brennstoffen aus Klimaschutzsicht notwendig. Wegen der etwas höheren CO2-Emissionen von Heizöl im Vergleich zu Erdgas wird das nach dem aktuellen Diskussionsstand zuerst bei Heizöl offensichtlich werden. Ab Mitte des Jahrzehnts werden vermutlich neue Heizölkessel im Regelfall nur noch in Verbindung mit erneuerbaren Energien, zum Beispiel einer Solaranlage, zulässig sein. Ein generelles Verbot von Bestandsanlagen ist derzeit nicht geplant. Bestehende Ölheizungen können wie bisher weiter genutzt werden. Über die CO2-Bepreisung werden aber fossile Brennstoffe ab 2021 in behutsamen Schritten verteuert werden.

Die BEG fördert formal Ölheizungen nicht mehr. Wenn ein Ölkessel aber mit erneuerbaren Energien gekoppelt ist, ist dieser erneuerbare Anteil förderfähig. Ein Ölkessel, der mit einer Solaranlage, Wärmepumpe, Pellet- bzw. Holzkessel oder einem Pelletkessel mit Wassertasche (Auszug der Möglichkeiten) kombiniert wird, erhält also für diese ergänzenden Bestandteile weiterhin finanzielle Unterstützung. Wer hingegen eine Ölheizung gegen eine Wärmepumpe, einen Pelletkessel oder eine Hybridheizung auf Gasbasis austauscht, erhält einen um 10%-Punkte höheren Fördersatz im Vergleich zu einer Sanierung, bei der vorher kein Ölkessel vorhanden war. Das bedeutet beim Wechsel zu einer Wärmepumpe eine Förderung von 45% statt 35%. Mit dieser höheren Förderung auf die gesamte Investition werden die Umstellungskosten abgefedert.

Damit ist Panik nicht angesagt. Man sollte sich aber fragen, ob angesichts der erheblichen Förderung ein frühzeitiger Wechsel zu Erneuerbaren Energien nicht finanziell machbar oder sogar vorteilhaft ist. So oder so gilt, besser ohne Förderung nur den Kessel tauschen als gar nichts zu machen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Kann ich meine Heizung überhaupt auf Erneuerbare Energien zu vernünftigen Kosten umstellen?

Grundsätzlich ist eine Umstellung technisch in den meisten Fällen möglich. Egal ob Wärmepumpe, Pellet oder Solar: Jede Technik hat ihre Randbedingungen, so wie es die alte Heizung auch hatte. Im Prinzip findet sich jedoch fast immer eine Lösung. Der geschulte SHK-Fachbetrieb kennt sich hier aus.

Es wird für den Kunden eine überschaubare zeitliche Mehrbelastung geben, die zum Beispiel durch den Einsatz von Pufferspeichern auf dem Bewohner zukommt. In den meisten Fällen dürfte die Umstellung im Vergleich zum reinen Kesseltausch etwa einen Tag länger dauern. Ihre Fachverbände bieten Schulungen an, wenn einzelne Techniken bislang von Ihnen noch nicht angeboten wurden.

Die Investition ist natürlich deutlich höher. Davon muss man aber die erhebliche Förderung abziehen. Bei einem Wechsel von Öl zu zum Beispiel Pellets werden 45% - bei besonderen Randbedingungen sogar 55 % - der förderfähigen Kosten bezuschusst, also ungefähr die Hälfte. Bei einem Wechsel von Gas zu Wärmepumpe liegt die Förderung immerhin noch bei 35 %, also einem guten Drittel. In vielen Fällen wird dies bedeuten, dass die realen Mehrkosten aus Kundensicht vernünftig erscheinen oder vielleicht sogar bei null liegen. Die Kosteneinsparung durch den niedrigen Verbrauch hält aber ein Geräteleben an. Das gute Umweltgewissen ist unbezahlbar.

Gibt es weitere Förderungen?

Mit der BEG wurde die Förderlandschaft auf Bundesebene neu aufgestellt https://www.zvshk.de/themen/beg-bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude/ Es gibt zum Beispiel Förderungen für die Sanierung bzw. den Neubau von besonders effizienten Gebäuden über die KfW. Wichtig: Im Neubau gibt es keine Kumulierbarkeit mehr, bei der Sanierung ist dies eher theoretischer Natur. Aufgrund der je nach Standard verbesserten Konditionen ab 1.7.21 dürfte das aber in den wenigsten Fällen zu Nachteilen führen. Bisweilen gibt es auf Länder- oder kommunaler Ebene weitere Unterstützung, bei der die Kumulierbarkeit aber überprüft werden sollte. Es gibt eine vielschichtige Förderung von KWK-Anlagen, bei der aus verschiedenen Quellen ebenfalls deutliche Summen fließen. KWK-Anlagen, also zum Beispiel Brennstoffzellen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung, sind nicht Bestandteil der hier beschriebenen BAFA-Förderung. Die Förderung für die Heizungsoptimierung wurde in die BEG Einzelmaßnahmen integriert.
Das bedeutet, dass mit der Kenntnis der BEG mit Ausnahme der KWK alle Bundesförderungen erfasst sind. Diese können bei den Einzelmaßnahmen auch gemischt gleichzeitig mit einem Online-Formular beantragt werden (One-Stop-Shop).
Nach wie vor aktuell ist die steuerliche Förderung für Erneuerbare Energien im Bestand. Diese ist nicht kumulierbar mit der BAFA-Förderung und auch finanziell für die meisten deutlich weniger attraktiv.

Wie lange wird es diese hohe Förderung geben?

Nach dem aktuellen Verordnungsstand endet die Förderung am 31.12.2030. Damit ist nicht automatisch verbunden, dass die derzeit sehr hohen Fördersätze oder die Technischen Mindestanforderungen auch in der aktuellen Form und Höhe bestehen bleiben. Auch Richtlinien können verändert werden. Das Förderprogramm ist entsprechend dem politischen Willen jedoch finanziell auskömmlich ausgestattet. Für das Jahr 2023 wurde eine Überprüfung der Wirkung der BEG in der Richtlinie festgeschrieben.  Damit ist zumindest nicht unmittelbar mit einer Absenkung zu rechnen.
Wer sich aktuell mit der Sanierung seiner Heizung beschäftigt, ist daher vermutlich gut beraten, die Sanierung zügig durchzuführen. Zu einem Schnellschuss sollte man sich aber dennoch nicht hinreißen lassen. Wenn eine umfangreiche Sanierung einschl. Gebäude sinnvoll erscheint oder gewünscht ist, sollte eine sorgfältige Planung gegenüber einer schnellen Durchführung bevorzugt werden.

Wird diese Förderung von den Kunden überhaupt angenommen?

In 2020 wurden mit einigen Vorzieheffekten ca. 330.000 Wärmeerzeuger beim BAFA beantragt. Auch in 2021 liegen die Anträge seit März um 20.000 Stück pro Jahr. Zum Vergleich: Seit 2010 wurden in Deutschland zwischen 615.000 und 748.000 Wärmeerzeuger abgesetzt. In 2020 stieg die Zahl auf 842.000 Stück. Zwischen Antragstellung und Ausführung gibt es einen gewissen Zeitverzug. Mit diesen Zahlen ist aber erkennbar, dass kurzfristig jeder dritte eingebaute Wärmeerzeuger aus diesem Programm gefördert wird und aus dem Bereich Erneuerbare Energien stammt.

Was wird jetzt genau gefördert?

Die folgende Darstellung beschränkt sich auf die Förderung eines selbst genutzten Einfamilienhauses im Bestand über das Bafa. Hinweise an gewerbliche Vermieter finden sich in der Förderrichtlinie. Die Warmwasserbereitung muss nicht zwangsweise über den zentralen Wärmeerzeuger erfolgen.
Es werden folgende Sanierungen gefördert (Nummerierung ist nicht identisch mit BAFA):

1)    Wärmepumpen  

  • Elektro- und Gaswärmepumpen
  • Im Gegensatz zur bisherigen Regelung ist eine Beheizung über die Luft zulässig. Herkömmliche Wassersysteme bleiben förderfähig.

2)    Biomasseanlagen  

  • Pellet-, Scheitholz und Hackschnitzelkessel
  • Pelletöfen mit Wassertasche

3)    Solarkollektoranlagen

  • Für Warmwasserbereitung
  • Für Heizungsunterstützung und ggf. Warmwasserbereitung

4)    Erneuerbare Energien Hybridheizungen

  • Kombination aus den unter 1-3 genannten Wärmeerzeuger (zum Beispiel Pelletkessel mit Solaranlage)  

5)    Gas-Hybridheizungen

  • Kombination aus Gas-Brennwertkessel und einem der unter 1-3  genannten Wärmeerzeuger (zum Beispiel Gas-Brennwertkessel mit Solar)

6)    Gas-Brennwertheizungen „Renewable Ready“ (20%)

  • Gas-Brennwertkessel, der komplett (einschl. Pufferspeicher und planerischer Leistung) für den Einsatz von erneuerbaren Energien vorbereitet ist. Die Nachrüstung der fehlenden Bauteile (zum Beispiel von Solarkollektoren) muss innerhalb von 2 Jahren nach Inbetriebnahme erfolgen.
  • Das ist praktisch eine Nischenlösung für den Fall, dass Sie jetzt sanieren müssen, aber derzeit noch nicht alles ausführen können. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie heute einen Gasbrennwertkessel einbauen und im Rahmen einer geplanten Dachsanierung innerhalb von zwei Jahren eine Solaranlage ergänzen.

7)    Gebäudenetze und der Anschluss an ein Gebäude- bzw. Wärmenetz

  • Anteil Erneuerbare Energien >=25%    

8)    Optimierung

  • im Sinne der ZVSHK/VdZ-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“: hydraulischer Abgleich, Berechnung der niedrigsten möglichen Temperatur, Austausch von Heizkörpern zur Absenkung der Systemtemperatur, Rohrleitungsdämmung.

9)    Anlagentechnik

  • Einbau, Austausch und Optimierung von Raumlufttechnischen Anlagen (zum Beispiel kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung)
  • Einbau digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung bzw. zur Verbesserung der Netzdienlichkeit („Efficiency Smart Home“)

10)    Gebäudehülle

  • Gebäudedämmung
  • Fenster, Türen
  • außenliegender Sonnenschutz mit optimierter Tageslichtversorgung

11)    Fachplanung und Baubegleitung

  • nur bei Planung oder Beauftragung durch Energieeffizienzexperten
  • Unabhängigkeit von bauausführendem Unternehmen
  • Hinweis: Die Planungsleistung im Rahmen des Auftrages durch den Fachhandwerker wird durch den Fördersatz der eigentlichen Maßnahme unterstützt.

Geförderte Wärmeerzeuger müssen nicht notwendigerweise auch die Warmwasserbereitung übernehmen. Alle Maßnahmen müssen zu einer Verbesserung des energetischen Niveaus führen. Während das beim Wechsel von einem alten Öl- oder Gaskessel zu einer Wärmepumpe eindeutig ist, bleibt abzuwarten, wie der Wechsel bei weniger eindeutigen Fällen vom BAFA bewertet werden wird (Beispiel: alter Scheitholzkessel zu neuer Wärmepumpe).

Die Fördersätze können der unten stehenden Tabelle (Spalte 2) entnommen werden. Sie erhöhen sich ggf. um weitere Prozentpunkte, zum Beispiel beim Austausch einer Ölheizung. Bei einer Wärmepumpe wäre der Fördersatz in diesem Fall 45% (35%+10%).

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt für Einzelmaßnahmen (ohne Planung und Heizungsoptimierung) bei 2 000 Euro (brutto) und für die Heizungsoptimierung bei 300 Euro (brutto). Die förderfähigen Kosten sind gedeckelt (im Einfamilienhaus) bei 60.000 € bzw. 5.000 € (Planung).

Die neue Förderrichtlinie fördert formal Ölheizungen nicht mehr. Wenn ein Ölkessel aber mit erneuerbaren Energien gekoppelt wird, ist dieser zusätzliche Kostenanteil förderfähig. Ein Ölkessel, der mit einer der Lösungen 1-3 kombiniert wird, erhält also für diese ergänzenden Bestandteile weiterhin finanzielle Unterstützung. Wie dies bei Hybridheizungen abgerechnet wird, wenn beide Wärmeerzeuger in einem Gehäuse verbaut sind, ist noch nicht geklärt.

Wichtig: Anlagen, die einer Austauschverpflichtung unterliegen (nach BEG, EnEV) sind nicht mehr von der Förderung ausgenommen.

Darüber hinaus werden alle Arbeiten, die für die Durchführung der Maßnahme notwendig sind, mit dem jeweiligen Fördersatz bezuschusst. Die Liste der denkbaren Maßnahmen ist lang und könnte zum Beispiel umfassen:

  • Demontagearbeiten und Entsorgung alter Wärmeerzeuger
  • Maurerarbeiten für notwendige Durchbrüche
  • Erstellung eines Fundamentes für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Außengerät) durch einen Gartenbaubetrieb
  • Umstellung auf zentrale Warmwasserbereitung (statt dezentraler Durchlauferhitzer)
  • Hydraulischer Abgleich
  • Austauschheizkörper zur Absenkung der Vorlauftemperatur

Die Liste ist weder abschließend noch gesichert. Bei der Förderung in 2020 hat das BAFA die Prüfung auf Förderfähigkeit leider erst mit dem Antrag auf Auszahlung durchgeführt. Es bleibt abzuwarten, wie großzügig das BAFA hier agieren wird. Informationen finden sich unter https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_infoblatt_foerderfaehige_kosten.pdf?__blob=publicationFile&v=6

Fördersätze:
(Vergrößern durch Anklicken)

Welche technischen Randbedingungen muss ich einhalten?

Grundsätzlich muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden (s. Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand).  Dabei sind Verfahren A („Abschätzung“) und Verfahren B (Berechnung nach Normenreihe DIN EN 12831, https://www.zvplan.de/) möglich. Verfahren B wird empfohlen.

Grundsätzlich muss die Effizienz der Heizung nachgewiesen werden. Dies erfolgt in der Regel über einen Produktkenntwert (eta S aus Herstellerunterlagen) bzw. über die Listung beim BAFA. Objektspezifische Anforderungen, zum Beispiel die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe, müssen nicht mehr nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich dennoch vollumfänglich zu planen. Wärmepumpen mit aufgrund von mangelhafter Planung schlechten Jahresarbeitszahlen können zu juristischen Problemen mit dem Auftraggeber führen.  Je nach System werden Wärmemengenzähler benötigt. Die Wärmemengenzählung in der Regelung, wie sie teilweise bei Wärmepumpen und Solaranlagen zu finden ist, wird nach dem aktuellen Stand anerkannt.

Da die technischen Anforderungen vom gewählten Heizungssystem abhängen, sollte auf jeden Fall die Förderrichtlinie konsultiert werden.

Grundsätzlich muss eine gewisse Dokumentation erfolgen. Angesichts der extrem hohen Fördersummen erscheint die Dokumentation angemessen:
(Vergrößern durch Anklicken)

Was ist ETA s (ηS)?

Die „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ETA s (ηS) ist ein vom Hersteller ermittelter Produkt-Kennwert. Er beschreibt die Effizienz, wie sie sich im Betrieb über ein Jahr unter Normbedingungen ergibt. Dabei werden anteilig Teillast und Volllast berücksichtigt, ebenfalls bei Notwendigkeit zum Beispiel Außentemperaturen und Heizstabeinsatz (Luft-Wasser-Wärmepumpe). Dieser Wert ist unabhängig vom tatsächlichen Einsatzfall, weil objektspezische Randbedingungen vor Ort abweichen können. Er gibt aber zumindest eine Orientierung im Produktvergleich. Er ist den Herstellerunterlagen zu entnehmen.

Wie kann ich aus einem bestehenden Kessel ein Hybridgerät machen?

Grundsätzlich ist das kein Problem. Man kann einen bestehenden Kessel im Sinne einer Hybridisierung mit allen förderfähigen Wärmeerzeugern auf Basis Erneuerbarer Energien (Solar, Biomasse, Wärmepumpe) koppeln. Dabei handelt es sich aus Fördersicht jedoch nicht um ein Hybridgerät sondern um die Nachrüstung des neuen Wärmeerzeugers. Das bedeutet, es gelten nicht die Anforderungen aus den Technischen Mindestanforderungen für Hybridgeräte sondern für den nachgerüsteten Wärmeerzeuger. Das hat im Einzelfall etwas weniger Aufwand zur Folge. Der Fördersatz ist sogar höher als bei einem Hybridgerät. Auf die Regelung sollte besonderes Augenmerk gelegt werden.

Was muss ich bei der Förderung beachten? (Verfahrensweise)

Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.
Für den Förderantrag werden Angebote für alle zu fördernden Arbeiten benötigt. Daraus wird die maximale Fördersumme berechnet. Arbeiten, die nicht im Förderantrag enthalten sind, sind nicht nachträglich förderfähig. Es empfiehlt sich daher, einen gewissen Risikopuffer einzukalkulieren. Wenn bei bestimmten Arbeiten noch nicht klar ist, ob sie benötigt werden, sollten sie im Angebot und der entsprechenden Angebotssumme vorsorglich enthalten sein. Wenn die Kosten dann tatsächlich niedriger ausfallen, wird die ausgezahlte Fördersumme vom BAFA einfach anteilig gekürzt. Umgekehrt – eine nachträgliche Erhöhung – ist dies nicht möglich.  
Die Beantragung und die Abrechnung erfolgen online. Damit ist grundsätzlich eine schnelle Abwicklung gewährleistet. Trotz erheblicher Kapazitätsaufstockung durch das BAFA gab es in der nahen Vergangenheit eine lange Bearbeitungsdauer von 12 Wochen. Es sollte vorsorglich damit gerechnet werden, dass dieser Antragsstau noch eine Weile Bestand haben wird.
Bei der Beauftragung ist auf die in der Förderrichtlinie erwähnten Nachweise zu achten. Diese werden zum Teil schon mit der Beantragung gefordert (u.a. Produktkennwerte). Da mit einer großen Anzahl von Anträgen zu rechnen ist, ist es für alle Seiten von Vorteil, wenn die Antrags- und Abrechnungsunterlagen ohne Nachfrage bearbeitet werden können.
Wichtig: Wenn Sie schon nach der alten Förderrichtlinie einen Antrag gestellt haben, ist das alte Verfahren mit den alten Fördersätzen maßgeblich. Eine Rücknahme des alten Antrages, um nach den neuen Richtlinien gefördert zu werden, ist nicht zulässig.
Der Antrag kann durch den Kunden, aber auch durch den Handwerker gestellt werden. Im letzten Fall wird eine Vollmacht benötigt.

Hinweis: Ab 1.7.21 ist eine Kreditförderung über die KfW auch für Einzelmaßnahmen möglich. Die Beantragung erfolgt dann über die Hausbank.

Wird für den Heizungstausch ein Energieeffizienzexperte benötigt?

Nein. Die Fachunternehmererklärung ist für den Heizungstausch ausreichend. Abweichend hiervon können die Inhalte dieser Erklärung aber auch von einem Experten der Energieeffizienz-Experten-Liste (www.energie-effizienz-experten.de) bescheinigt werden („Bestätigung zum Antrag“). Die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung wurde in die BEG integriert. Sie kann neben der Förderung für die Heizung zusätzlich mitbeantragt werden.

Achtung: Wenn ergänzend zum Beispiel die Kellerdecke gedämmt wird, ist die Einbindung eines Energieeffizienzexperten notwendig.

Ist die Förderrichtlinie leicht verständlich?

„Offizielle“ Texte werden häufig von Juristen verfasst und sind damit bisweilen schwer für den Normalbürger verständlich. In diesem Fall gibt es jedoch wenig Barrieren. Der Umfang der Förderrichtlinie von in Summe 34 Seiten für die Einzelmaßnahmen erschreckt mit seiner wenig lesefreundlichen Schriftgröße zwar auf den ersten Blick. Er umfasst aber alle Fördermöglichkeiten aus dem Programm und muss nicht komplett gelesen werden. So finden Sie Sich schnell zurecht:

  • Es gibt neben den Vordrucken für die Dokumentation zwei wichtige Dokumente:
    • Förderrichtlinie
    • Technische Mindestanforderungen
      • Markieren Sie sich die folgenden für Sie als Praktiker wichtigen Punkte:
        • „Förderrichtlinie“: ab Seite 1 der Förderrichtlinie
        • „5 Gegenstand der Förderung“ – Was wird gefördert? (Suchen Sie hier nach der gewünschten Förderung, zum Beispiel Biomasseheizung, und erfahren Sie grundlegende Informationen. Luftgeführte Pelletöfen ohne Wassertasche werden zum Beispiel nicht gefördert.)
        • „6 Förderempfänger“ – Wer wird außer Privatpersonen noch gefördert?
        • „7 Fördervoraussetzung“ – Hier steht zum Beispiel, dass die geförderte Anlage mindestens zehn Jahre zweckentsprechend genutzt werden muss.
        • „8 Art der Förderung, Spezielle Fördervoraussetzungen und Höhe der Förderung“ – Hier geht es um Fördersätze, Höchst- und Mindestbeträge und Details zu Krediten.
        • „Technische Mindestanforderungen“: ab Seite 19 der Förderrichtlinie
        • "3 Anlagen zur Wärmeerzeugung" - Suchen Sie Sich den Abschnitt zur entsprechenden Maßnahme heraus. „Anlagen zur Wärmeerzeugung“ (also zum Beispiel Wärmepumpen) finden in Kapitel 3 mit dem Unterkapitel 3.1 Übergreifende Technische Mindestanforderungen und dem passenden Folgekapitel (also zum Beispiel Kapitel 3.6 für Wärmepumpe).
        • "5.2 Leistungen des Fachunternehmers" - Hier finden Sie die Beratungs-, Dokumentations- und Planungsleistungen, die gefordert werden.
    • Es verbleiben jetzt je nach Fördermaßnahme nur noch ca. 3-4 Seiten, die Sie lesen sollten. Sobald der nächste Kunde kommt, reicht es, wenn Sie nur noch die Abschnitte für die jeweilige Maßnahme lesen (also zum Beispiel „Wärmepumpe“, „Biomasse“,…) Im Gegenzug erhalten Sie (bzw. Ihr Kunde) Förderungen, die bei 10.000 € im Einfamilienhaus liegen können. Die Höhe können Sie abschätzen, wenn Sie den Fördersatz mit der Summe der Kosten multiplizieren.
      • Beispiel Wärmepumpe über 30.000 € (einschl. aller Kosten) bei Wechsel von einem Gaskessel (35% Fördersatz): 30.000 €*35%= 10.500 €

Hinweis: Da das BAFA über die Förderungen entscheidet, kann der Fachhandwerker dafür nicht garantieren. Der Fachhandwerker kann lediglich bei der Antragstellung unterstützen.

Der Antragseingang beim BAFA wurde bestätigt. Eine Förderzusage wurde aber noch nicht erteilt. Wie verhalte ich mich?

Bedingt durch die grundlegende Veränderung der Förderung und durch die deutlich erhöhten Förderbeträge kann es zu längeren Bearbeitungszeiten kommen. Sobald der Antrag beim BAFA eingegangen ist, kann grundsätzlich mit der gewünschten Maßnahme begonnen werden. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die Beauftragung des Handwerkers erfolgen kann. Das Risiko der Genehmigung bzw. der Förderhöhe trägt grundsätzlich der Antragsteller (Kunde). Bei schneller Durchführung ist damit zu rechnen, dass die ausgezahlte Förderung deutlich nach der Rechnungslegung durch den Handwerker erfolgt. Die Zwischenfinanzierung durch den Kunden bis zur Auszahlung durch das BAFA erfolgt also eventuell über einen längeren Zeitraum. Wenn die Sicherheit einer Förderzusage gewünscht wird, aber trotzdem mit vorbereitenden Maßnahmen (mit geringem finanziellem Risiko) angefangen werden soll, empfiehlt sich eine vertragliche Klarstellung. Zum Einen sollte klargestellt werden, dass der Betrieb nicht das Risiko der Fördergenehmigung übernimmt und zum anderen, dass bereits ausgeführte Leistungen auch bei nicht gegebener Förderung vergütungspflichtig bleiben.

Musterformulierung: Der Vertrag wird in der Erwartung einer Förderzusage in beantragter Höhe geschlossen. Der Auftragnehmer übernimmt nicht das Risiko der tatsächlichen Förderzusage. Bei nicht gegebener Förderung werden die Vertragsparteien den Vertrag anpassen. Bereits ausgeführte Leistungen (auch Planungs- und Vorbereitungsleistungen) bleiben in jedem Fall vergütungspflichtig.

Was ist neu für Antragsteller aus dem Gewerbebereich?

Bislang durften kumuliert über alle Beihilfen, die ein Betrieb erhalten hat, bestimmte Grenzen nicht überschritten werden („De-Minimis-Erklärung“).  Die BEG wurde nun von der Europäischen Kommission als beihilfefrei eingestuft. Das bedeutet, dass  in den Förderanträgen keine für Beihilfen im Sinne des EU-Beihilferechts sonst notwendigen Angaben mehr getätigt werden müssen (u.a. ist auch bei Nichtwohngebäude keine De-Minimis-Erklärung mehr erforderlich und keine Aufschlüsselung der Kosten im Hinblick auf Investitionsmehrkosten mehr notwendig). Zudem entfällt künftig in allen Fällen eine beihilferechtliche Prüfung und ist eine Kürzung der Förderung aus beihilferechtlichen Gründen ausgeschlossen.

Wie wird sich das Programm weiter entwickeln?

Für 2023 ist eine Überprüfung der Wirkung der BEG vorgesehen. Denkbar wären zu diesem Zeitpunkt eine Anpassung der Konditionen und Veränderungen bei den Anforderungen an die Luftschadstoffe (Biomassekessel) und die Kältemittel (Wärmepumpen).

Befristete Ausnahmeregelungen anlässlich der Flutkatastrophe 2021

Wie die KfW in einem Rundschreiben mitgeteilt hat, gibt es für von der Flutkatastrophe Betroffene Sonderregelungen und Vereinfachungen. So ist insbesondere der Vorhabensbeginn vor Förderantrag möglich. Diese und weitere Regeln finden sich direkt im Rundschreiben.

Downloads und Links (bezogen auf Sanierung im Bestand)