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Auswirkungen des Gebäudeenergiegesetzes auf den Praktiker

Grundsätzliches

Am 01.11.2020 tritt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es ersetzt dabei das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG), die zeitgleich außer Kraft treten. Das GEG dient der Umsetzung der Richtlinie  2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.05.2010. Zweck ist der möglichst sparsame Einsatz von Energie in Gebäuden einschl. der zunehmenden Nutzung Erneuerbarer Energien unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit.

Bisher stellt die  EnEV die energetischen Anforderungen an den Neubau. Für den Bestand gibt es Anforderungen im Rahmen von Nachrüstverpflichtungen oder Vorgaben bei Ersatz von Bauteilen. In der EnEV ist auch der Energieausweis geregelt. Das EEWärmeG regelt im Neubau den verpflichtenden Einsatz von Erneuerbaren Energien, zum Beispiel durch eine Solaranlage oder den Einsatz einer Wärmepumpe. EnEV und EEWärmeG werden nun im GEG zusammengeführt. Dies sollte zu einer Vereinfachung führen. Aus Sicht des SHK-Handwerks wurde dieses Ziel eher nicht erreicht. Die bisherigen Anforderungen wurden im Prinzip beibehalten. Von einer Verschärfung wurde abgesehen, um weiterhin eine Förderung zum Beispiel durch BAFA oder KfW zu ermöglichen. Förderungen dürfen nur für Maßnahmen erfolgen, die über die normale Verpflichtung hinausgehen.

Änderungen gegenüber EnEV und EEWärmeG erfolgten eher im Detail. Durch eine im Gesetz verankerte Überprüfung des GEG im Jahr 2023 ist der Weg für eine Anhebung der Anforderungen zumindest offen (§ 9). Es ist denkbar, dass zu diesem Zeitpunkt Restriktionen für fossile Brennstoffe im Sinne einer verpflichtenden Quote synthetisch erzeugter Energieträger diskutiert werden. Gleiches gilt für die Berücksichtigung der sogenannten Grauen Energie, also des Energieaufwandes, der für die Erstellung des Gebäudes (zum Beispiel bei der Produktion der Baumaterialien) aufgewendet werden muss.

Im Folgenden werden die aus Sicht eines SHK-Betriebes wichtigsten Punkte im kleinen und mittleren Wohngebäude in Form von FAQ zusammengefasst.

Fragen und Antworten:

Wer ist betroffen?

Stark vereinfachend ist das GEG auf Wohn- und Nichtwohngebäude anzuwenden, die beheizt oder gekühlt werden müssen. Verantwortlich dafür, dass die Anforderungen eingehalten werden, ist der Bauherr oder Eigentümer, aber auch die Personen, die im Auftrag des Bauherrn oder Eigentümers die Gebäude  bzw. Anlagentechnik errichten oder ändern. Das bedeutet, es sind u.a. auch der Planer, Architekt und SHK-Fachbetrieb angesprochen. Im Einzelfall ist bei Streitigkeiten zu klären, wer verantwortlich ist. Eine fehlerhafte Planung im Sinne eines unzureichenden Einsatzes neuer Energien ist im Zweifelsfall dem Planer anzulasten, weil der Fachhandwerker ohne Nachberechnung nicht erkennen kann, ob zum Beispiel eine Solaranlage ausreichend im Sinne des GEG dimensioniert ist. Eine nicht ausreichende Rohrdämmung hingegen kann zwar im Rahmen einer Planung falsch ausgeschrieben worden sein.

Der SHK-Fachbetrieb wird diesen Fehler in der Regel aber auf den ersten Blick erkennen können. Insofern ist jeder Fachbetrieb gut beraten, den Inhalt des GEG in relevantem Umfang zu kennen, auch wenn er selber keine Planung ausführen sollte.

Systematik für den energetischen Nachweis

Bei jedem Neubau, Verkauf oder Vermietung wird wie bisher ein Energieausweis erstellt. Er ist 10 Jahre gültig und ist dem Mieter bzw. Käufer vorzulegen. Unabhängig vom GEG wird durch Förderkriterien zum Beispiel bei Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus ebenfalls ein energetischer Ausweis im Sinne des Energieausweises gefordert. Der Energieausweis kann im Bestand als Bedarfs- oder Verbrauchsausweis, im Neubau nur als Bedarfsausweis erstellt werden. Der Bedarfsausweis stellt einen fiktiven, mit standardisierten Randbedingungen gerechneten Verbrauch dar. Beim deutlich günstigeren Verbrauchsausweis wird der gemessene Verbrauch herangezogen. Er liefert ein von den jeweiligen Nutzern beeinflusstes Bild. Seine Ergebnisse sind damit, anders als beim Bedarfsausweis, nur schwer mit den Ergebnissen anderer Gebäude zu vergleichen. Zu einem Energieausweis im Bestand gehören Sanierungsvorschläge.

Für die Planung eines Neubaus gibt es eine Reihe von Randbedingungen an zum Beispiel eine Mindestdämmung, die nicht unterschritten werden darf. Mit den geplanten Werten des Gebäudes und der Anlagentechnik wird der Primärenergiebedarf berechnet. Primärenergie ist, stark vereinfacht zusammengefasst, nicht die Energie, die auf dem Zähler abgelesen werden kann. Primärenergie ist vielmehr die Energie, die benötigt wird, um die vom Zähler gemessene Endenergie zu erzeugen. In ihr sind also die Verluste der Vorkette enthalten. Das können zum Beispiel die Transportenergie und eventuelle Leitungsverluste bei Erdgas sein oder bei Strom anteilig die Energie für die Kohle, die mit viel Aufwand aus der Erde geholt und mit Verlusten in Strom umgewandelt wird. Damit ist bei fossilen Brennstoffen der Primärenergiebedarf eines Gebäudes immer größer als der Endenergiebedarf.
Der ermittelte Primärenergiebedarf darf den Wert nicht überschreiten, der sich ergibt, wenn man ein von der Form und Größe identisches Gebäude mit standardisierten Randbedingungen (Referenzgebäude) berechnet. Dabei handelt es sich zum Beispiel um eine Standarddämmung und eine Standardheizung. Auf diese Weise kann man zum Beispiel theoretisch eine im Vergleich zur Referenz etwas schlechtere Dämmung durch eine etwas bessere Anlagentechnik ausgleichen. Der Planer erhält dadurch mehr Spielraum. Im Neubau und bei vergleichbaren Sanierungen sind die Anforderungen aber inzwischen so hoch, dass es für herkömmliche Technik (Brennwerttechnik) zunehmend schwerer wird, sich gegen zumBeispiel elektrische Wärmepumpen zu behaupten.

Neben den Anforderungen an die Dämmung und den Primärenergiebedarf muss  ein entsprechender Anteil an Erneuerbaren Energien für die Beheizung genutzt werden (s. Punkt zu Erneuerbaren Energien).

Hinweis: Wer geschäftsmäßig an oder in einem bestehenden Gebäude Arbeiten im Sinne des GEG durchführt, hat dem Eigentümer unverzüglich nach Abschluss der Arbeiten schriftlich zu bestätigen, dass die von ihm eingebauten Anlagenteile dem Anforderungen des GEG entsprechen (s. Punkt Unternehmererklärung).

Erneuerbare Energien

Bei neu zu errichtenden Gebäuden müssen Erneuerbare Energien genutzt werden. Möglichkeiten wären zum Beispiel Solaranlagen, Wärmepumpen, feste Biomasse, aber auch flüssige bzw. gasförmige Biomasse oder die Nutzung eines BHKWs. Neu hinzugekommen ist die Anrechenbarkeit von Fotovoltaikstrom vom eigenen Dach. Flüssige und gasförmige Biomasse werden auch bei der Verwendung in einem Brennwertgerät anerkannt. Die jeweiligen Anforderungen hängen von der gewählten Lösungsoption ab und sind in den §§ 34 ff beschrieben. Wenn man vom Sonderfall fossile Brennstoffe bei einem Austausch nach dem 01.01.2026 absieht, gibt es für den Bestand keine Verpflichtung (s. Punkt fossile Brennstoffe). Achtung: Es muss unterschieden werden zwischen dem EE-Anteil gemäß § 36 und den im Rahmen des Energieausweises anrechenbaren Stromanteil nach DIN V 18599. Beide Vorgaben weichen sehr stark voneinander ab.

Fossile Brennstoffe

Die bisweilen verbreitete Auffassung, dass Heizöl nicht mehr zulässig sein soll, ist falsch. Es gibt vielmehr ab 01.01.2026 die Anforderung, dass mit Heizöl oder festen fossilen Brennstoffen betriebene Heizungen neu nur dann eingebaut werden dürfen, wenn auch Erneuerbare Energien eingesetzt werden. Dies kann u.a. erfolgen durch eine Solarthermieanlage, Nutzung von Fotovoltaikstrom vom eigenen Dach zur Beheizung, eine Wärmepumpe, einen Biomassekessel (Stückholz oder Pellets) oder die Verwendung von flüssiger Biomasse.

Näheres regeln §§ 34 ff. Während das für den Neubau nur im Detail einen Unterschied zur bisherigen Regelung darstellt, ergibt sich hier eine Änderung für den Bestand, bei dem die Nutzung Erneuerbarer Energien für die Heizung auf Bundesebene ansonsten nicht vorgeschrieben wird. (Auf Länderebene können vergleichbare Anforderungen schon bestehen.) § 72 des GEG nennt hier noch Ausnahmetatbestände: Wenn der Anschluss an ein Gasversorgungs- oder Fernwärmeverteilungsnetz oder die Einbindung Erneuerbarer Energien technisch nicht möglich sind oder die Verpflichtung zu einer unbilligen Härte führen würde, kann der fossile Kessel ohne weitere Verpflichtungen eingebaut werden. Zu diesem Zeitpunkt schon bestehende Anlagen sind nicht betroffen. Es ist im Rahmen des Heizungstausches derzeit also noch problemlos möglich, Ölkessel ohne Erneuerbare Energien einzubauen. Damit verzichtet man aber auf die großzügige Unterstützung durch die BAFA-Förderung „Heizen mit Erneuerbaren Energien“ (https://www.zvshk.de/foerderungerneuerbarewaerme2020/).

Das GEG lässt also auch weiterhin die Wahlfreiheit zwischen den Energieträgern. Vor dem Hintergrund der notwendigen Einsparungen im CO2-Bereich sollte diese Regelung aber als deutlicher Hinweis gesehen werden, dass die für den Klimaschutz erforderliche Dekarbonisierung des Wärmesektors zu einem rückläufigen Einsatz fossiler Brennstoffe führen wird.

Energieausweis und Energieberatung

Der Zweck des Energieausweises ist die Information des Endkunden, also des Mieters oder Käufers einer Immobilie. Der Energieausweis erlaubt auch dem Laien ohne Hintergrundwissen, den Blick „hinter die Fassade“ und gibt Auskunft, mit welchen Energieverbräuchen grundsätzlich zu rechnen ist. Über die Sanierungsempfehlungen erhält der Käufer einer Immobilie einen grundlegenden Überblick, welche energetischen Maßnahmen sinnvoll sind. Der Energieausweis sorgt also in gewissen Grenzen für Transparenz. Insbesondere der berechnete Bedarfsausweis gibt eine Vergleichbarkeit zwischen Gebäuden. Dennoch sollte die Aussagekraft nicht überstrapaziert werden. Eine unmittelbare Prognose des tatsächlichen Verbrauches ist in den meisten Fällen nicht möglich. Das liegt insbesondere im energetisch anspruchsvollen Gebäude am hohen Einfluss des Nutzerverhaltens. Beim Verbrauchsausweis ist das unmittelbar einsichtig, weil hier das tatsächliche Verhalten der bisherigen Nutzer abgebildet wird, das deutlich vom eigenen Verhalten abweichen kann. Dabei geht es zum Beispiel um Raumtemperaturen oder die Häufigkeit der Fensterlüftung. Beim Bedarfsausweis sind die angenommenen Randbedingungen zwar sinnvoll, aber an vielen Punkten nicht repräsentativ für ein durchschnittliches Verhalten. So wird der Bedarf im unsanierten Altbau konsequent überschätzt. Im Neubau oder bei total sanierten Gebäuden ist der ermittelte Bedarf aber eher am sehr sparsamen Nutzer orientiert, also eher zu niedrig angesetzt.

Grundsätzlich kann ein SHK-Meister mit einer entsprechenden Fortbildung Energieausweise ausstellen. Das ist insbesondere im Bereich Sanierungen sinnvoll, um dem Endkunden im Rahmen der Beratung die Vorteile einer besonderen Anlagentechnik zu erläutern. Achtung: Bei KfW-geförderten Bauvorhaben wird ein Energieberater gefordert, der bei der Deutschen Energie-Agentur gelistet ist. Er muss bei Sanierungen zum Effizienzhaus darüber hinaus vorhabensbezogen unabhängig sein, d.h. er darf nicht gleichzeitig an der Umsetzung der Maßnahmen beteiligt sein.

Energieausweise werden auf Landesebene registriert und stichprobenhaft kontrolliert. Bis zum Aufbau der jeweiligen Strukturen auf Landesebene übernimmt diese Funktion das DIBt.

Im Falle des Verkaufes eines Ein- oder Zweifamilienhauses muss der Käufer nach Übergabe des Energieausweises ein Beratungsgespräch mit einer zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigten Person führen, wenn ein solches Gespräch unentgeltlich angeboten wird. Gedacht wurde dabei vom Gesetzgeber an Energieberater der Verbraucherzentralen. Diese Möglichkeit ergibt sich aber letztlich für jeden Energieberater, der auf eine Kostenberechnung für das Beratungsgespräch verzichtet.

Unternehmererklärung

SHK-Fachbetriebe müssen unverzüglich nach Abschluss der Arbeiten bestätigen, dass die Anforderungen des GEG erfüllt wurden. Das gilt vor dem Hintergrund SHK u.a. für den Einbau von Wärmeerzeugern, Rohrleitungen mit Dämmungen, Pumpen, Regelungen und raumlufttechnische Anlagen. Beim Einbau von Zentralheizungsanlagen ist die Aufwandszahl anzugeben. Bei raumlufttechnischen Anlagen ist die auf das jeweilige Fördervolumen bezogene elektrische Leistung  sowie bei Bedarf der Wärmerückgewinnungsgrad anzugeben. In Abhängigkeit vom Bundesland können auf Länderebene zusätzliche Anforderungen bestehen.

Die Anlagenaufwandszahl wird nach DIN V 4701/1 in Verbindung mit DIN V 4108-6 oder nach der Normenreihe DIN V 18599 ermittelt. Im Basismodul von ZVPLAN kann die Anlagenaufwandszahl auch ohne Modul „Energieausweis“ ermittelt werden.

Nach welcher Norm wird ein Energieausweis gerechnet?

Grundsätzlich verlangt das GEG die Nutzung der Normenreihe DIN V 18599 mit Ausgabedatum 2018-09. Damit wurde erstmalig auf die aktuelle Ausgabe Bezug genommen, die bisher nicht genutzt werden konnte. Die Nutzung des Normendoppels DIN V 4108-6 in Verbindung mit DIN V 4701-10 ist für Wohngebäude ohne Kühlung bis zum 31.12.2023 weiterhin möglich. Dieses Normendoppel wird nach wie vor im Rahmen der überwiegenden Anzahl der Nachweise verwendet. Das DIN hat dieses Normendoppel zurückgezogen und hat damit die Anwender in eine missliche Situation gebracht, weil hier signalisiert wird, dass es sich nicht um eine anerkannte Regel der Technik handelt. Aufgrund der tatsächlichen Nutzung ist diese Einschätzung allerdings fraglich. Die DIN V 18599 wird aufgrund ihres Umfanges offensichtlich ungern genutzt. Die tatsächlich genutzten Normen wurden allerdings seitens der Normenausschüsse seit 16 Jahren nicht mehr aktualisiert und sind technisch veraltet. Ob die kurz vor Veröffentlichung stehende DIN V 18599-12 (Tabellenverfahren) im GEG zulässig sein wird, ist noch offen. Durch den Verweis auf das Ausgabedatum wäre eine Nutzung derzeit nicht möglich. Die tatsächliche Nutzung der Normen spricht dafür, dass die anerkannten Regeln der Technik durch DIN V 4108-6/4701-10 abgebildet werden. Der technische Stand spricht eher für die DIN V 18599. Eine Überprüfung, welche Norm die Realität besser abbildet, hat nicht stattgefunden.

Bis Ende 2023 gibt es durch die Nennung im GEG eine gesicherte Perspektive für DIN V 4108-6/4701-10. Danach ist damit zu rechnen, dass auch hier keine Nutzung mehr möglich ist.

Vollzug

Der Bauherr oder Eigentümer muss eine Erfüllungserklärung gegenüber der durch Landesrecht zuständigen Stelle abgeben. Dazu benötigt er u.a. eine Unternehmererklärung (s. Punkt Fachunternehmererklärung). Eine Kontrolle erfolgt auf Landesebene. Das gilt auch für eine Stichprobenkontrolle der Energieausweise.
Darüber hinaus gehören folgende Kontrollen zu den Aufgaben des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegermeisters:

  • Außerbetriebnahme von Wärmeerzeugern nach Ablauf der zulässigen Lebensdauer
  • Ersteinbau bzw. Nachrüstung von Dämmung
  • Ersteinbau bzw. Nachrüstung von Regelungstechnik
  • Art einer neu eingebauten Pumpe
  • Verschlechterungsverbot der Anlagentechnik

Die Erfüllung der durch den Bezirksschornsteinfegermeister zu kontrollierenden Punkte kann auch durch die Vorlage der Unternehmererklärung nachgewiesen werden.

Bußgelder

Auch wenn der Vollzug auf Länderebene bisweilen eher zurückhaltend ist, werden vorsätzliche oder leichtfertige Zuwiderhandlungen als Ordnungswidrigkeit behandelt. Je nach Art der Ordnungswidrigkeit sind Geldbußen bis 50.000 € möglich.

Anforderungen an die Anlagentechnik aus Sicht des SHK-Praktikers

Verglichen mit dem Status quo vor Einführung des GEG hat sich für den ausführenden Betrieb wenig verändert: Bei Neubauten und auch Sanierungen zum Effizienzhaus ist darauf zu achten, dass die Planungsvorgaben vom Handwerker nicht eigenmächtig verändert werden. Der Wechsel von zum Beispiel einer Wärmepumpe zu einem Brennwertgerät hat negative Auswirkungen auf den Energieausweis, da dies im Sinne des GEG eine Verschlechterung darstellt. Gleiches gilt für die Art der Wärmeübergabe (Heizkörper oder Fußbodenheizung), die Art der Warmwasserbereitung, den Einbau einer Zirkulationsleitung, die geplanten Systemtemperaturen (Vorlauf und Rücklauf) und die Lage der Verteilleitungen bzw. des Wärmeerzeugers (innerhalb oder außerhalb der beheizten Hülle). Änderungen an der Haustechnik sollten nur in Absprache mit dem Fachplaner oder Architekten erfolgen. Handwerker, die die Haustechnik selber planen, benötigen neben den Kenndaten des Gebäudes auch den angestrebten Energieausweis, weil hier die o.g. Kenndaten festgelegt sind. Eine fehlerhafte Umsetzung kann dazu führen, dass der Energieausweis nicht mehr stimmt. Der Planungsprozess ist im „Regelwerk Heizung Band 1: Planung“ beschrieben (dazu weitere Informationen im Onlineshop).

Bestehende Anlagentechnik darf bei Austausch nicht schlechter als vorhanden nachgerüstet werden. Dies gilt zumindest dann, wenn die Daten der Alttechnik für den Nachweis energiesparrechtlicher Anforderungen herangezogen wurden. Beispiel: An einem Gebäude, das nach Gültigkeit der ersten EnEV gebaut wurde, soll der Pelletkessel gegen ein Erdgas-Brennwertgerät getauscht werden. Es ist davon auszugehen, dass der Pelletkessel für den EnEV-Nachweis herangezogen wurde, um die damaligen Anforderungen zu erfüllen. Da das Brennwertgerät aus energetischer Sicht zu einem schlechteren Ergebnis im Sinne des GEG führen würde, wäre der geplante Austausch erst einmal nicht möglich.
Der Nutzer muss dafür Sorge tragen, dass Komponenten mit einem wesentlichen Einfluss auf den Wirkungsgrad von Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik regelmäßig durch einen Fachkundigen gewartet werden.

Heizkessel für flüssige oder feste Brennstoffe dürfen 30 Jahre nach Einbau nicht mehr betrieben werden. Hinweis: Der Austausch dieser Anlagen ist im MAP Nachfolgeprogramm „Heizen mit Erneuerbaren Energien“ des BAFA nicht förderfähig. Gefördert werden nur Anlagen, die vor Ablauf dieser Frist getauscht werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertgeräte sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser, bei denen eine Wohnung am 01.02.2002 vom Eigentümer selbst bewohnt wurde. In letzterem Fall gilt nach Eigentümerwechsel eine zweijährige Frist. Zugängliche und bisher ungedämmte Rohrleitungen müssen nachträglich gedämmt werden. Wenn eine Heizungsanlage aus dem Bestand keine Regelungstechnik hat, die die Pumpen abschalten kann und die Wärmezufuhr nach der Außentemperatur (oder einer anderen geeigneten Größe) und der Zeit regeln kann, muss diese bis zum 30.09.2021 nachgerüstet werden. Gleichzeitig muss vorhandene Regelungstechnik vom Betreiber betriebsbereit  erhalten und bestimmungsgemäß genutzt werden.

Bezüglich der zukünftigen Anforderungen an fossile, flüssige oder feste Brennstoffe vergleichen Sie bitte den Abschnitt „Fossile Brennstoffe“.

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