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BEG: Neubau und Sanierung

Neue Förderrichtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude

Die BEG hat im Prinzip drei Säulen: Förderung von Einzelmaßnahmen, Förderung von Nichtwohngebäuden und Förderung von Wohngebäuden. Für die Förderung von Einzelmaßnahmen vergleichen Sie bitte den folgenden Artikel: https://www.zvshk.de/themen/beg-foerderung-von-einzelmassnahmen-im-bestand/ Die Übersicht zur BEG finden Sie hier: https://www.zvshk.de/themen/beg-bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude/

Achtung!

  • Aktuelle Entwicklung: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) der KfW wurde heute (24.01.2022) mit sofortiger Wirkung mit einem vorläufigen Programmstopp belegt. Nicht betroffen sind die Förderung von Einzelmaßnahmen durch das BAFA. Weitere Details unter https://www.zvshk.de/qlink/QL77117575 oder https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Meldung/2022/20220124-foerderung-fur-energieeffiziente-gebaude-durch-kfw.html
  • Sankt Augustin, 03.02.2022 - Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat mitgeteilt, dass alle 24.000 Förderanträge, die bis zum Antragsstopp 24.01.2022 bei der KfW eingegangen sind, nach den bisherigen geltenden Förderkonditionen bearbeitet werden. Die inhaltliche Neuausrichtung der Effizienzförderung für Neubauten (EH40) sowie für ganzheitliche Sanierungen bleibt zunächst weiterhin offen. Der in der vergangenen Woche verkündete Förderstopp für das gebäudebezogene Energieeffizienz-Programm der KfW hat zu erheblicher Unruhe im Markt geführt.

    Mit Hochdruck haben die Handwerksverbände auf eine zügige Lösung gedrängt und unter anderem gefordert, dass alle bis zur Bekanntgabe des Förderstopps eingegangenen Anträge bearbeitet werden. Diese Kritik hat dahingehend Früchte getragen, dass das BMWK bekanntgegeben hat, dass alle bereits gestellten Anträge nach den bisherigen Förderkriterien bearbeitet und beschieden werden. Der KfW zufolge werden dabei alle Anträge, die bis einschließlich 23.01.2022 eingegangen sind, bearbeitet. Neue Anträge zur Effizienzhausklasse 55 können künftig nicht mehr gestellt werden.

    Bundesminister Habeck hatte bereits am 11.01.2022 in seiner Klimaschutzbilanz eine zügige Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und eine Flankierung durch die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) angekündigt. Die BEG wird absehbar grundlegend modifiziert, was auch für die künftige Ausgestaltung der bisherigen EH40-Förderung gilt. Um für die erforderliche grundlegende, das GEG flankierenden Überarbeitung der BEG Zeit zu gewinnen, wird seitens des BMWK zunächst eine zeitnahe Anschlussförderung für energieeffiziente Sanierungen und für EH40-Neubauten geprüft. Um für die erforderliche grundlegende, das GEG flankierenden Überarbeitung der BEG Zeit zu gewinnen, wird seitens des BMWK zunächst eine zeitnahe Anschlussförderung für energieeffiziente Sanierungen und für EH40-Neubauten geprüft. Eine neue BEG, die dann auch die künftigen Erfordernisse des GEG adäquat flankiert, wird voraussichtlich Anfang 2023 vorliegen.

Wohngebäude werden in Neubau und Sanierung dann gefördert, wenn sie über das Mindestmaß im Sinne des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) als Nachfolger der Energieeinsparverordnung EnEV deutlich hinausgehen. Die dafür benötigte Nachweisführung erfordert ein Grundlagenwissen, das eine Fortbildung zum Energieeffizienz-Experten zur Fördervoraussetzung macht. Der folgende Artikel beschreibt die Förderung aus Sicht des ausführenden (und die Heizungs- und Lüftungstechnik planenden) Handwerkers. Es geht dabei um die Zusammenhänge, damit sich Fachhandwerker und Energieeffizienz-Experte untereinander verstehen. Ziel dieses Beitrages ist nicht die Befähigung zur Antragstellung.
 
Fördersystematik:
Es gibt im Prinzip zwei unterschiedlich geförderte Effizienzhausstufen: 40 Plus und 40. Die Zahl bezieht sich auf den Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes in Prozent. Dabei handelt es sich um ein fiktives Gebäude, das die gleiche Kubatur des zu fördernden Gebäudes hat, das aber eine vorgegebene Heizungs- und Lüftungs-Ausstattung und einen ebenfalls vorgegebenen Dämmstandard hat. Dieses Referenzgebäude ist also nur eine Rechengröße und existiert nicht. Es stammt von der Systematik her aus der EnEV bzw. der Nachfolgeregelung GEG. Die ansonsten nicht mehr förderfähige Effizienzhausstufe 55 kann nur bei Flutopfern voraussichtlich noch bis Ende Januar 2022 beantragt werden. Bei Flutopfern der Überschwemmungen von 2021 gilt eine Übergangsregelung voraussichtlich bis Ende Juni 2022.
 
Der Primärenergiebedarf beschreibt nicht den Jahresbedarf, wie er zum Beispiel auf dem Gaszähler steht. Es handelt sich vielmehr um die Energie, die für ein standardisiertes Klima und Nutzerverhalten benötigt wird, um das Gebäude über das Jahr warm zu halten, und zwar bezogen auf die tatsächlich dem Erdreich entnommene Ressource. Sie beinhaltet also alle Umwandlungsverluste und Transportverluste und ist aus Umweltschutzgründen sinnvoll, entzieht sich aber dem unmittelbaren Erleben. Ein Effizienzhaus 40 hat nur noch 40% Bedarf des fiktiven Referenzgebäudes, ein Effizienzhaus 40 Plus erzeugt darüber hinaus u.a. einen Teil des Strombedarfes aus erneuerbaren Energien selbst.

Tatsächlich sind die Stufen noch ein wenig komplizierter. Es gibt zusätzliche Förderung für einen erhöhten Anteil von regenerativer Wärme. Gebäude mit Nachhaltigkeitszertifizierung erhalten einen weiteren Vorteil. Im Bestand sind schlechtere Standards förderfähig. Dies gilt auch für das Baudenkmal. Je mehr Kriterien das Gebäude erfüllt, desto höher ist die Förderung. Neu ist, dass Gebäude über einen längeren Zeitraum schrittweise saniert werden können und auch dann förderfähig sind. Voraussetzung ist ein individueller Sanierungsfahrplan  (iSFP).
 
Förderhöhen:
Die Förderung erfolgt auf zwei Wegen: Neben einem günstigen Kredit erfolgt ein Tilgungszuschuss. Dieser liegt zwischen 15 und 30 % im Neubau bzw. 25 und 50% bei einer Sanierung. Diese Summen sind gedeckelt. Die Bezugsgröße liegt je Wohneinheit zwischen 120.000 und 150.000 €. Bei einer Förderquote von 50% gibt es also einen Zuschuss von maximal 50%*150.000 €=75.000 €. Bei einer schrittweisen Sanierung nach einem individuellen Sanierungsfahrplan  (iSFP) gibt es Sonderregelungen. Für Bauherren ohne Kreditbedarf gibt es reine Zuschussvarianten.
 
Folgen für die Technik:
Die Anforderungen unmittelbar aus dem Richtlinientext sind vergleichsweise gering. So ist zum Beispiel der hydraulische Abgleich gefordert. Wichtig ist aber die energetische Planung des Energieeffizienz-Experten. Ein eigenmächtiges Abweichen von seinen Anforderungen kann zu Verlust der Förderfähigkeit führen. Ein Beispiel: Der Effizienznachweis wird für eine Trinwasseranlage ohne Zirkulationsleitung und eine Auslegungstemperatur der Heizkörper von 55°C gerechnet. Wenn der Kunde auf der Baustelle eine Zirkulationsleitung beauftragt, dann erhöht das den Bedarf des Gebäudes. Eine Erhöhung der Auslegungstemperatur auf zum Beispiel 60°C, um vorhandene Heizkörpernischen im Bestand nutzbar zu machen, erhöht ebenfalls den Bedarf. Änderungen der Vorgaben sollten ausschließlich in Absprach mit dem Energieeffizienz-Experten durchgeführt werden. Wenn sich eine Änderung ohne Absprache nicht vermeiden lässt, muss klar sein, dass es zu keiner Verschlechterung kommt. Ob eine Verschlechterung förderschädlich ist, kann nur der Ersteller des Effizienznachweises beurteilen. Je nach Gebäude gibt es in der Berechnung noch ein wenig Reserve für Verschlechterungen oder eben nicht.

Befristete Ausnahmeregelungen anlässlich der Flutkatastrophe 2021
Wie die KfW in einem Rundschreiben mitgeteilt hat, gibt es für von der Flutkatastrophe Betroffene Sonderregelungen und Vereinfachungen. So ist insbesondere der Vorhabensbeginn vor Förderantrag möglich. Die Kumulierung der Förderung durch die KfW mit der Fluthilfe wurde verbessert. Diese und weitere Regeln finden sich direkt im Rundschreiben.


Weitere Informationen:
Weitere Informationen finden sich direkt bei der KfW: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/