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Eckring-News

ZVSHK ECKRING-NEWS 7. März 2013

Weltwassertag: Es mangelt an Qualität

22. März – Tag des Wassers: ein willkommener Anlass für den Sanitärfachbetrieb. Denn viele Trinkwasseranlagen werden eher sporadisch gecheckt oder haben sogar nach der Errichtung über Jahrzehnte keinen Fachmann gesehen.

Am 22. März, dem Tag des Wassers, muss man in Deutschland nicht über Wassersparen diskutieren. Der Handlungsbedarf ist ein anderer: Viele Bürger wissen nicht, dass Stagnation und kritische Temperaturen die Qualität von kaltem und warmem Trinkwasser bedrohen. Der Sanitär-Fachbetrieb weiß Rat für das kleine oder große Gebäude, wenn er das Leitungsnetz durch einen Trinkwasser-Check inspiziert.

Wasser ist zum großen Thema geworden – nicht nur am 22. März, dem ausgewiesenen Weltwassertag. Während in vielen Regionen der Erde zwangsläufig über Wassersparen gesprochen wird, steht in Deutschland, das über reichliche Wasservorräte verfügt, die Trinkwasserhygiene im Mittelpunkt.

Statt einem Mangel an Wasser drängen sich Probleme zur Qualität in den Vordergrund. Weil die Bevölkerung hierzulande wie selbstverständlich davon ausgeht, dass jede Armatur an Waschtisch, Dusche, Wanne oder Küchenspüle grundsätzlich genießbares Trinkwasser liefert, entnehmen viele – den Spargedanken im Kopf – gerade mal so viel Wasser wie gebraucht wird. Doch der Sanitärfachmann weiß um die Faustformel „Wasser muss fließen“.

Kritische Temperaturen
Hat man eine Armatur über Stunden nicht genutzt und lässt Kaltwasser über die Hand strömen, spürt man in vielen Fällen zunächst eine lauwarme Temperatur, die je nach Beschaffenheit des Gebäudes sogar die kritische Marke von 25 Grad Celsius überschreiten kann. Erst wenn nach einiger Zeit spürbar kaltes Wasser fließt, kann man davon ausgehen, dass frisches Trinkwasser das stagnierte ersetzt hat.

Kommt Warmwasser über eine Zirkulation aus einem zentralen Speicher, darf die Temperatur selbst im Rücklauf nicht unter 55 Grad liegen, sonst droht Legionellengefahr. Dies gilt auch für einen Kleinspeicher als Untertischgerät – den der Laie oft einen lauwarmen Job machen lässt, um Energie zu sparen.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass beispielsweise die gelegentliche Nutzung der Gästewohnung mit einer sporadischen Nutzung des Bades erhebliche Gefahren heraufbeschwört. Denn Trinkwasser kann nur in einwandfreiem Zustand zur Verfügung stehen, wenn eine Stagnation nicht über Stunden hinaus geht und wenn die Temperaturen im Kalt- und Warmwassernetz definierte Grenzen einhalten.

Mittlerweile stehen Trinkwasseranlagen in öffentlichen Gebäuden, Hotels oder Seniorenzentren unter technischer Betreuung. Darauf drängt die aktuelle Trinkwasserverordnung und macht die Betreiber verantwortlich, dass Trinkwasser stets in Genussqualität zur Verfügung steht. Auch die Wohnungswirtschaft ist sensibilisiert und lässt die Leitungsnetze in ihren Liegenschaften durch Sanitärfachbetriebe inspizieren.


Trinkwasser-Check als erste Maßnahme
Momentan warten etwa zwei Millionen sogenannte große Trinkwasseranlagen auf eine Überprüfung. Stellt ein Sanitärbetrieb dabei fest, dass die Anlage bislang nicht regelmäßig gewartet wurde, bietet sich zunächst ein Trinkwasser-Check an. Dabei geht es dem erfahrenen Fachmann nicht gleich um eine Wasserprobe. Im Vordergrund stehen typische kritische Stellen im Netz, z. B. kaum genutzte Abzweige, unzureichend gedämmte Leitungen oder Warmwassertemperaturen unterhalb von 55 Grad Celsius – Erfahrungen zeigen, dass sich viele Trinkwassersysteme verbessern lassen. In hygienisch kritischem Zustand sind etwa ein Prozent der untersuchten häuslichen Anlagen, in denen beispielsweise eine akute Legionellengefahr entdeckt wird.

Kleine Trinkwasseranlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern werden bislang eher sporadisch gecheckt. Viele haben auch seit der Errichtung über Jahrzehnte hinweg keinen Sanitärfachmann gesehen. Da ist der Weltwassertag eine willkommene Gelegenheit, die Betreiber auf den Nachholbedarf aufmerksam zu machen. Schließlich soll das Lebensmittel Nummer eins in Deutschland in bestmöglicher Qualität zur Verfügung stehen.