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Sonderschau Pflegebad

– der Arbeitsplatz der ambulanten Pflegkraft
Halle 3.1

Es wird auf der ISH in Halle 3.1 ein sogenannter konzeptioneller Raum geschaffen, der mit beweglichen Elementen und Objekten die Situation Heute und in Zukunft thematisiert – Stärkung der Lösungskompetenz des Handwerks für Bäderlösungen auf engstem Raum. Flankiert wird das Thema durch den Fachrundgang „Bad und Pflege“ für die Pflegewirtshaft, der vom Beauftragten der Bundesregierung für Pflege, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, begleitet wird.

Rahmenbedingungen: Von den bekanntlich über 2,9 Millionen Menschen, die Ende 2015 auf Pflege angewiesen waren, wurden 1,97 Millionen in der eigenen Häuslichkeit betreut. Der gesundheitspolitische Grundsatz „ambulant vor stationär“ kann nur gelingen, wenn die private Häuslichkeit zum Gesundheitsstandort umgebaut wird. Zentraler Erfolgsfaktor hierfür ist die Weiterentwicklung des Bades zu einer Betreuungsumgebung für ältere, unterstützungs- und pflegebedürftige Menschen. Weder die bisherigen baulichen noch die technischen Standards sind hierfür bisher ausreichend. Erforderlich sind neue bauliche Lösungen – etwa die Gestaltung von komfortablen Badumgebungen auf engstem Raum – sowie technische Assistenzsysteme, die es Angehörigen und ambulanten Pflegediensten erleichtern, Menschen zu Hause zu versorgen.

Vor diesem Hintergrund hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Kooperation mit der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), dem Sozialverband VDK und der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. die Studie „Pflegebad 2030“ durchgeführt. In dem Projekt wurde das Augenmerk vor allem auf Standardbäder im Wohnungsbau sowie Kleinstbädern (4 bis 6 qm) gerichtet, die am häufigsten im Wohnbereich anzutreffen sind. Die Ergebnisse befähigen das Handwerk, vor Ort die Kunden umfassend zu beraten und Planungen, Installationen und Wartungen der relevanten technischen Systeme auf engstem Nutzungsraum vorzunehmen. Weiterhin werden neue Impulse für Produktentwicklungen sowie Produktanpassungen im Sinne der Betroffenen gegeben.

Das Pflegebad 2030 ist auch ein Arbeitsplatz der Pflegekraft. Das Pflegebad wird in der Zukunft zwei Bedingungen erfüllen müssen:

  1. Privater und intimer (Wohn-)Raum von pflegebedürftigen Menschen
  2. Halb-öffentlicher (Arbeits-)platz für Pflegekräfte

Dieser Balance müssen zukünftige Pflegebäder Rechnung tragen, funktional (mindestens 2 Menschen in einem engen Raum) und ästhetisch (wohnliche und private Atmosphäre, Sinnlichkeit). Die Erreichbarkeit (u.a. von Griffen, Stauräumen und Ablagen sowie Körperkontakt) und die Organisation (u.a. Tätigkeit und Aufbewahrung) in einer raumengen Situation stellt das Pflegebad der Zukunft vor die größte Herausforderung. Hier müssen Planer und Handwerker zusammen mit geeigneten Industrieprodukten neue Lösungen schaffen. Dies gilt sowohl für praktische Themen (Unterfahrbarkeit von Möbeln oder Kontrast in der Farbgestaltung) als auch für ästhetische Themen (Material, Flächen, Farben, Strukturen, Haptik, Proportionen usw.).