Heizungs-Check

Alte und damit ineffiziente Heizungsanlagen weisen erhebliche Energieeinsparpotenziale auf. Diese können in der Regel ohne größeren Aufwand und hohe Kosten zügig erschlossen werden. Allerdings sind den Anlagenbetreibern häufig weder die Potenziale noch die Möglichkeiten ihrer Erschließung bekannt.  

Mit dem freiwilligen Heizungs-Check vor Ort können Fachkundige anhand eines standardisierten Verfahrens die Schwachstellen einer ineffizienten Heizungsanlage ermitteln und Vorschläge zur Optimierung unterbreiten.  

Nachstehend finden Sie eine Übersicht zu den wichtigsten Fragen und Antworten zum Heizungs-Check:

Wer kann den Heizungs-Check 2.0 durchführen?

Grundsätzlich kann den Check jeder Fachkundige durchführen. Der zugehörige Normenentwurf ist frei verfügbar. Gefördert werden allerdings nur die Heizungs-Checks, die von Antragsberechtigten gemäß der Richtlinie über die jeweilige Förderung durchgeführt werden.

Was ist der Heizungs-Check?

Der Heizungs-Check 2.0 ist die „standardisierte“ energetische Bewertung einer Heizungsanlage – vom Thermostatventil bis zum Wärmeerzeuger. Anhand einer vorgegebenen Tabelle werden Sichtbefunde und einige Messungen vor dem Hintergrund einer optimalen Anlagenführung bewertet. Der Kunde erhält eine übersichtliche Auflistung der Schwachstellen seiner Heizung und ein Label für die gesamte Heizung, das an das Effizienzlabel für Neuanlagen angelehnt ist. Das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen ist ebenfalls in den Heizungs-Check 2.0 integriert.

Unterschied Heizungs-Check und Heizcheck

Die Verbraucherzentralen bieten einen sogenannten Heiz-Check an. Der Heizungs-Check, der u.a. von den organisierten Innungsbetrieben angeboten wird, ist standardisiert nach dem Nationalen Anhang zur DIN EN 15378. Die Veröffentlichung des Normentextes für den Heizungs-Check 2.0 steht aus formalen Gründen unmittelbar bevor. Der Text ist aber im Rahmen der Schulungen bereits jetzt frei zugänglich. Über den Heiz-Check der Verbraucherzentralen sind nur vergleichsweise wenig Informationen bekannt. Im Rahmen des Heiz-Checks wird die Heizungsanlage automatisiert vermessen. Das bedingt zwei Vorort-Termine für Auf- bzw. Abbau der Messtechnik. Aus den Messungen und einigen Beobachtungen (zum Beispiel Dämmung) wird eine Empfehlung bezüglich der Heizungsanlage generiert. Weitere Informationen finden sich unter: https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/faq_Heiz-Check.php

Warum sollte man einen Heizungs-Check 2.0 durchführen?

Dafür gibt es zwei Gründe:

1. Die strukturierte Beratung mithilfe des Heizungs-Checks, vermittelt fachliche Kompetenz und hilft, dass in der Hektik des Alltags kein wichtiger Punkt vergessen wird. Der Check führt durch alle relevanten Punkte. Dazu gehören neben der Bewertung des Gerätes auch die Überprüfung des hydraulischen Abgleiches oder der Dämmung.

2. Erfahrungen von Fachbetrieben, die den ersten Heizungs-Check gezielt eingesetzt haben, zeigen, dass es in vielen Fällen zu einer nachfolgenden Auftragserteilung für Maßnahmen zur Modernisierung oder Optimierung kommt.

Wie aufwendig ist der Heizungs-Check 2.0?

Der Check (ohne Anfahrt) kann in etwa einer Stunde durchgeführt werden. Mit zunehmender Erfahrung kann dieser Zeitrahmen auch das Kundengespräch umfassen.

Was bedeutet der Zusatz „2.0“ beim Heizungs-Check?

Der Heizungs-Check 2.0 ist eine Weiterentwicklung des bewährten "alten" Heizungs-Checks.

Was unterscheidet den alten und den neuen Heizungs-Check 2.0?

Der neue Heizungs-Check 2.0 baut auf dem früheren Check auf. Er wurde ergänzt um die Bewertung der Warmwasserbereitung und zusätzlicher Wärmeerzeuger, z. B. Wärmepumpen. Ebenfalls neu aufgenommen wurden die Themen Beratung und große Gebäude. Beide Themen wurden in der Schulung zum alten Heizungs-Check vom ZVSHK auf eigene Initiative bereits aufgenommen, basieren nun aber auf dem Vorschlag einer normativen Grundlage.

Kann ich den alten Heizungs-Check noch durchführen?

Im Prinzip ja. Dabei ist die jeweilige Förderfähigkeit zu prüfen.

Wo kann ich mich schulen lassen?

Schulungen werden von den Fachverbänden der SHK-Organisation durchgeführt.

Handwerker, die schon erfolgreich die alte Heizungs-Check-Schulung absolviert haben, können Ihr Wissen mit einem E-Learning auf den neuesten Stand bringen.
Der Link: https://www.zvshk.de/nc/bildung/e-learning/kurse/heizungscheck-20/

Was ist Inhalt der Schulungen?

Die Schulungen enthalten das komplette Wissen für den Heizungs-Check und zusätzlich einen Überblick über die Fördermöglichkeiten für den Kunden aus dem Marktanreizprogramm des BAFA (u.a. Wärmepumpen).

Was hat das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen mit dem Heizungs-Check zu tun?

Das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen erlaubt eine Bewertung ausschließlich des Wärmeerzeugers. Dies erfolgt in den meisten Fällen pauschal anhand von Geräteart, Alter etc. und nicht durch Messung wie beim Heizungs-Check. Eine Bewertung der restlichen Anlage erfolgt nicht. Die Bundesregierung sieht das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen nur als Anreiz, sich weitere Beratung einzuholen, zum Beispiel durch einen Heizungs-Check. Damit sich das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen und der Heizungs-Check nicht widersprechen, gibt es die Möglichkeit, das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen in den Heizungs-Check (anstelle der Messung am Heizkessel) zu übernehmen.

Förderung

Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Heizungs-Check förderrelevant im KfW-Heizungspaket und im APEE-Baustein des Marktanreizprogramms (BAFA). Er ist damit Hebel für erhebliche Fördersummen. Der Heizungs-Check kann steuerlich als Handwerksleistung geltend gemacht werden.

Wann kann ich einen Heizungs-Check durchführen?

Nach dem jetzigen Stand gibt es keine Altersgrenzen für die Heizungsanlage, die zu beachten wären. Der Heizungs-Check ist daher ohne Einschränkung nutzbar. Achtung: Das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen darf jedoch nur in bestimmten Zeitfenstern bezüglich des Gerätealters durchgeführt werden. neu: Bitte beachten Sie eventuelle Einschränkungen bei Förderprogrammen, die erst bei einem bestimmten Alter der Altanlage genutzt werden können.

Benötige ich ein Messgerät?

Ein Messgerät wird grundsätzlich empfohlen. Es muss die bekannte BImSchV-Messung beherrschen, aber auch die Oberflächenverlustmessung (im Wesentlichen Anlegefühler) und die Ventilationsverlustmessung (im Wesentlichen ein Anemometer). Die Messgeräte aus dem alten Heizungs-Check können verwendet werden. Die Messungen aus dem alten Check wurden unverändert beibehalten. Eine Aufteilung der Messung auf mehrere Messgeräte, wie bei älteren Geräten üblich, ist unkritisch. Unter der Voraussetzung, dass die Bestandsanlage gewisse Altersgrenzen erreicht hat, ist statt der Messung die Nutzung des Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen möglich. Dafür wird kein Messgerät benötigt und dieses kann über eine Anwendung bzw. Computersoftware auf den Internetseiten des BMWi durch den Handwerker einfach erstellt werden. Hinweise hierzu werden im Rahmen der Schulung gegeben. Die Messung kann immer erfolgen, das alternative Altanlagenlabel kann aber nur erstellt werden, wenn der Wärmeerzeuger ein entsprechendes Alter hat. Die Altersgrenzen werden regelmäßig angepasst.

Wie sieht der ideale Ablauf im betrieblichen Alltag aus?

Der SHK-Fachbetrieb bewirbt den Heizungs-Check und führt ihn zum Beispiel als Ergänzung zu einer Wartung durch. Anhand der Bewertung kann der Anlagenbesitzer beraten werden.

Beispiel: Es müsste im Rahmen einer Optimierung der hydraulische Abgleich durchgeführt werden. Aufgrund der Vorlauftemperaturen empfiehlt sich z. B. ein Brennwertgerät mit solarer Warmwasserbereitung. Dazu gibt der Fachbetrieb den Hinweis, dass über das BAFA eine Förderung ausgelobt wird. Der Kunde beauftragt den Fachbetrieb. Dieser berechnet, z. B. mit ZVPLAN, den hydraulischen Abgleich und führt die Arbeiten aus. Die Wartungsverträge für die spätere Betreuung erhalten Sie ebenfalls bei Ihrer Verbandsorganisation.

Ich bin gelisteter Heizungs-Check-Fachbetrieb nach dem alten Verfahren. Wie kann ich für das neue Verfahren gelistet werden?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Besuch einer normalen Schulung bei Ihrem Fachverband (empfehlenswert für Betriebe, die den Check längere Zeit nicht durchgeführt haben) oder die Absolvierung des E-Learning auf zvshk.de mit Online-Abschlusstest.
Der Link: https://www.zvshk.de/nc/bildung/e-learning/kurse/heizungscheck-20/

Beide Schulungsmöglichkeiten Ihrer Fachverbandsorganisation sind mit dem BAFA abgestimmt.

Ist der Heizungs-Check 2.0 erprobt und praxistauglich?

Auf jeden Fall. Alleine durch die Fachverbandsorganisation wurden für den alten Heizungs-Check über 5.000 Teilnehmer erfolgreich geschult. Der Heizungs-Check 2.0 wurde darauf aufbauend entwickelt und vorab in einem Feldversuch, an dem der ZVSHK teilgenommen hat, überprüft.

Wo ist der Heizungs-Check 2.0 dokumentiert?

Der Heizungs-Check 2.0 soll als Nationaler Anhang zur EN 15378 veröffentlicht werden. Da diese Europanorm derzeit in Überarbeitung ist, ist eine Veröffentlichung als DIN-Norm wie beim alten Heizungs-Check noch nicht möglich. Die Veröffentlichung als DIN-Norm ist jedoch geplant. Bis dies möglich ist, ist der geplante Normentext frei verfügbar.

Welche Services bietet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima an?

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) unterstützt die Betriebe des Fachhandwerks auf verschiedenen Ebenen:

Die App zum Heizungs-Check: ZVPLAN APP für Heizungs-Check

Online-Schulung: E-Learning zum Heizungs-Check

PDF-Datei zum Download: Schulungsunterlage

PDF-Datei zum Download: Inspektionsbericht

PDF-Datei zum Download: Modernisierungsempfehlung

Mitteilungen des ZVSHK: Informationen für die Presse

Texte und Bilder für die Pressearbeit: Pressedienste

Der Flyer: Heizungs-Check: Die energetische Bewertung Ihrer Heizungsanlage

Der Heizungs-Check: Informationen für Verbraucher

Sämtliche Fragen und Antworten als pdf-Datei zum Download.

Wie können Fachbetriebe des Handwerks ihre Kunden informieren?

Fachbetriebe finden hier weitere Informationen für ihre Kunden:

Verbraucher-Infos zum Heizungs-Check

Der Flyer: Heizungs-Check: Die energetische Bewertung Ihrer Heizungsanlage

Wer beantwortet weitere Fragen von Fachhandwerkern?

Mitglieder der SHK-Organisation wenden sich bitte an ihren jeweils zuständigen Landesverband.