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Vorgefertige Systemkomponenten

Vorgefertigte Systemkomponenten bündeln mehrere Bauteile in einer bereits montierten oder vorverrohrten Einheit. Dazu zählen beispielsweise Hydraulikboxen, Montageplatten, Anschlussmodule und andere vorkonfektionierte Baugruppen.

Durch die Vorfertigung müssen Pumpen, Abscheider, Ventile, Füllarmaturen oder Rohrabschnitte nicht mehr vollständig einzeln auf der Baustelle montiert und miteinander verbunden werden. Der praktische Nutzen hängt davon ab, ob die Einheit transportierbar, gut zugänglich und mit der übrigen Anlage kompatibel ist.

Nutzen und Vorteile

  • Weniger Montagearbeiten vor Ort, da bereits integrierte Bauteile nicht einzeln positioniert, befestigt und miteinander verbunden werden.
  • Weniger Gewinde- und Rohrverbindungen durch vormontierte Rohrabschnitte, die die Anzahl der Übergänge, Fittings, Verschraubungen und Verpressungen reduzieren.
  • Zeitersparnis bei der Verrohrung, da zeitintensive Arbeiten wie Aufrauen, Hanfen, Dichtpaste aufbringen und Verschrauben zahlreicher Gewindeübergänge können deutlich reduziert werden.
  • Übersichtlicher Systemaufbau durch integrierte Pumpen, Entlüfter, Abscheider, Absperrungen oder Füllarmaturen.
  • Flexiblere Positionierung, da bodenstehende Module unabhängig positioniert werden und dadurch Arbeiten im Heizraum entzerren können.

Relevant in Schritten

  • Baustellenbesichtigung und Prüfung der Platzverhältnisse
  • Materialplanung und Bestellung
  • Transport der Komponenten zum Aufstellort
  • Aufstellen und Befestigen der Hauptkomponenten
  • Montage der Inneneinheit oder Hydraulikbox
  • Herstellen des hydraulischen Gesamtverbunds
  • Anschluss der bauseitigen Verrohrung
  • Elektrische Verdrahtung von Pumpen, Fühlern und weiteren Komponenten
  • Befüllung und Entlüftung
  • Wartung und Austausch integrierter Bauteile

Hinweise zur Umsetzung / Voraussetzungen

Die Abmessungen der Einheit müssen zu Türen, Treppenhäusern, Kellergängen und dem vorgesehenen Aufstellort passen. Es muss eindeutig erkennbar sein, welche Komponenten bereits integriert sind und welche zusätzlich benötigt werden. Einzelne Komponenten müssen für Wartung und Austausch zugänglich und möglichst reversibel eingebaut sein. Oberhalb, seitlich und vor der Einheit muss ausreichend Platz für Montage, Dämmung, Verdrahtung und Wartung vorhanden sein.

Bewertungen

Zeitersparnis

In den Praxistests reduzierte die Vormontage insbesondere den Aufwand für die hydraulische Verrohrung. Bereits integrierte Pumpen, Abscheider, Ventile und Anschlussgruppen mussten nicht mehr einzeln montiert und miteinander verbunden werden. Durch den Einsatz vorkonfektionierter Baugruppen konnten die Monteure in den WESPE-Praxistests gegenüber herkömmlich gestalteten Baustellenabläufen etwa einen bis eineinhalb Arbeitstage einsparen.

Beim konventionellen Aufbau gehört die Herstellung der zahlreichen Übergänge laut Handwerker zu den zeitaufwendigsten Tätigkeiten. In Betrieben mit einem erfahrenen Monteur und einem Auszubildenden kann sich der Auszubildende über weite Teile eines Arbeitstages mit der Vorbereitung von Gewindeübergängen beschäftigen, beispielsweise mit Aufrauen, Hanfen, Dichtpaste und Verschrauben.
 

Fehlerreduktion

Weniger Einzelverbindungen reduzieren grundsätzlich die Zahl möglicher Fehlerstellen. Vormontierte Baugruppen können insbesondere bei wiederkehrenden Standardverbindungen zu einer gleichmäßigeren Ausführungsqualität beitragen.

Ergonomie und Handling

Vormontierte Einheiten reduzieren viele kleinteilige Montagearbeiten und können frei positionierbar sein. Rahmen- oder Käfigkonstruktionen erleichtern teilweise das Greifen, Kippen und Tragen.

Der ergonomische Vorteil geht jedoch verloren, wenn die Einheit:

  • zu schwer für den Transport durch zwei Personen ist
  • nicht durch typische Türen oder Treppenhäuser passt
  • auf der Baustelle wieder zerlegt werden muss
  • oder durch die Rahmenkonstruktion nur eingeschränkten Arbeitsraum bietet.
     

Kompatibilität und Gewerkschnittstellen

Vorgefertigte Systemkomponenten verbinden hydraulische, elektrische und bauliche Schnittstellen. Eine gute Abstimmung ist insbesondere erforderlich zwischen:

  • SHK-Montage und Elektro
  • Planung und Baustellenteam
  • Vormontierter und bauseitiger Verrohrung
  • Modulabmessungen und Gebäudebestand
  • Hydraulikschema und elektrischem Anschlussplan

Beispielanbieter

Buderus

Viessmann

Reflex

Hinweis: Die hier genannten Anbieter wurden im Rahmen des Projektes getestet und können empfohlen werden. Neben diesen bietet der Markt weitere Anbieter.


Weiterführende Dokumente/Links

Steckbrief »Vorgefertige Systemkomponenten«