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Standpunkte des ZVSHK

ISH 2023: Drei Fragen an Michael Hilpert

„Die ISH ist für SHK-Unternehmer ein Pflichttermin!“

Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK und Inhaber eines SHK-Fachbetriebes in Nürnberg, Bildquelle: info@uniqueandwild.de

Frage 1: Herr Hilpert, Sie sind seit 2018 nicht nur Präsident des ZVSHK. Sie sind zugleich auch noch Unternehmer und Inhaber eines SHK-Fachbetriebes in Nürnberg. Wenn Sie aus der Perspektive des erfahrenen SHK-Unternehmers auf die ISH 2023 blicken, welche Erwartungen haben Sie an die Weltleitmesse der SHK-Branche?

M. Hilpert: Für mich als Inhaber eines Betriebes, der auf Bäderbau spezialisiert ist, aber natürlich auch die Geschäftsfelder Heizung und Klima kompetent bedienen kann, war und ist der Besuch der ISH ein Pflichttermin im Kalender. Ich blicke gerade jetzt sehr gespannt auf den nächsten März, wenn die ISH nach vier Jahren Pause wieder als Präsenzmesse stattfindet. Denn mein Team und ich selbst erleben es jeden Tag: wir werden von unseren Kunden seit Wochen geradezu überrannt mit Angebotsanfragen, Informationswünschen oder auch nur sorgenvollen Nachfragen. Im Fokus dabei steht natürlich die Heizung. Mit allen Faktoren, die das Geschäftsfeld derzeit so boomen lassen.

Aber wir sind als SHK-Handwerker ja längst nicht mehr allein die wichtigsten Umsetzer der Wärmewende. Nein, wir müssen zunehmend auch dafür sorgen, die in Berlin in immer kürzeren Abständen beschlossenen Maßnahmen für den Wärmemarkt unseren verunsicherten Kunden zu erklären. Hier erwarte ich mir von der Leistungsschau unserer Branche in Frankfurt eine Fülle an neuen Informationen, Handreichungen und Unterstützung für das Tagesgeschäft meines Betriebes, aber auch perspektivisch für die Zukunftssicherung des Unternehmens. Gerade letzteres halte ich aus Unternehmersicht für besonders wichtig. Denn die Weltleitmesse der SHK-Branche öffnet uns den Blick auf zukünftige Geschäftsfelder.

Frage 2: Was heißt das ganz konkret mit Blick auf die in Frankfurt vertretenen Aussteller? Was macht den ISH Besuch so lohnenswert, wenn nicht sogar unverzichtbar?

M. Hilpert: Das Ausstellerspektrum und die Breite angebotener Neuerungen, innovativer technischer Lösungen dieser Weltleitmesse für das Handwerk sind unvergleichbar. Angesichts der Umwälzungen bei der Heiztechnik werde ich gerade hier neuartige Lösungen für mein Geschäft suchen und auch meine  Mitarbeiter sollen dies tun.

Klar: Im Moment reden alle von Heizung und Klimaneutralität in Gebäuden, da ist es ein Muss, sich hierzu auf der ISH umzusehen. Aber als SHK-Unternehmer dürfen wir natürlich nicht einseitig nur diesen Trend bedienen. Das Thema Bad wird ganz schnell wieder auf der Agenda erscheinen. Millionen von Bädern stehen in Deutschland zur Modernisierung an; und Millionen an Bädern müssen alters- bzw. pflegegerecht ausgestattet werden. Deshalb werde ich auf der ISH ganz gezielt nach innovativem Baddesign Ausschau halten. Ich werde nach neuen Impulsen für eine richtungsweisende Formgebung suchen und natürlich sehr aufmerksam beobachten, was sich in Sachen Pflegebad tut. Ein Megathema für die Gesellschaft und für unser Handwerk. Überhaupt gilt: die ISH ist die große Plattform für den Dialog zwischen Fachhandwerk und Hersteller. Hier kann ich meine Kontakte pflegen oder nach pandemiebedingter Pause neu beleben. Ich kann mein Netzwerk ausbauen und ich kann neben Produktneuheiten, Komplettlösungen, Trends natürlich auch alles Wissenswerte zu Arbeitstechniken, Prozeßoptimierung, Weiterbildung oder auch Nachwuchsgewinnung entdecken.

Frage 3: Der Perspektivwechsel vom Unternehmer zum Präsident darf in diesem Kurzinterview natürlich nicht fehlen. Was trägt der ZVSHK in seiner Rolle als Gründer und Träger der ISH dazu bei, dass sich die von Ihnen als Unternehmer geschilderten Erwartungen bei einem Messebesuch auch erfüllen?

M. Hilpert: Der ZVSHK wird auf der ISH 2023 im Verbund mit zwei anderen Trägern, dem BDH und der VdZ im Foyer der Halle 12 präsent sein. Auf dem Verbändeareal bieten wir den Besuchern aus dem Fachhandwerk eine zentrale Anlaufstelle: den treffpunkt:handwerk. Auf einer eigenen Präsentationsfläche, aber vor allem auf der gemeinsam mit BDH und VdZ genutzten Bühne werden wir das bereite Leistungsangebot der Berufsorganisation vermitteln, das auf alle die Schwerpunkte einzahlt, die ich oben genannt habe. Da ist zum einen natürlich das große Thema Wärmewende, jetzt zusätzlich aufgeladen durch die von der Politik zur Energieeinsparung beschlossenen Aufgaben wie etwa die verpflichtende Heizungsprüfung bei Gasheizungen. Was bedeutet das für das SHK-Handwerk? Welche konkrete Unterstützung leistet hier die Verbands-organisation ihren Mitgliedsbetrieben? Diese und andere Fragen rund um das Thema wird der ZVSHK in Frankfurt beantworten. Oder auch mit Vertretern aus der Politik auf offener Bühne diskutieren. Kurz: Wir bieten einen deutlichen Mehrwert an Wissensvorsprung und Problemlösungen.

Wir widmen uns zudem dem erneuerbaren Energieträger Nummer eins – dem Holz. Hierzu werden wir an den fünf Messetagen zusammen mit dem BDH in Halle 11 das Holzwärme-Forum abhalten. Und nicht zu vergessen: unsere spezielle Ausstellung zu Pflegebadkonzepten in Halle 3.1. Beschäftigen werden uns auch die Schwerpunktthemen Hygiene in der TW-Installation sowie die Forderung nach ganzheitlichen Hygienekonzepten für Gebäude (Räume).
 
Über alle diese Maßnahmen werden wir das Innungshandwerk in den nächsten Wochen kontinuierlich informieren – mit dem Ziel, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt persönlich begrüßen zu können. Es ist aber ebenso wichtig, dass die Messe selbst die Bedeutung unserer Branche noch stärker in die Öffentlichkeit trägt. Wann, wenn nicht jetzt, ist die Chance groß, auszubrechen aus der eigenen Nabelschau und den Bürgerinnen und Bürgern im Land klar zu machen, welche große Bedeutung unsere Branche und unser Handwerk für die Zukunftsgestaltung des Landes hat.

Generell gilt für mich: auch wenn wir mit der ISH 2023 zur gewohnten Präsenzmesse zurückkehren können, muss sich eine Weltleitmesse dem Anspruch folgend weiter entwickeln. Die Messegesellschaft und wir als Träger sind dahingehend bereits aktiv! Die ISH braucht perspektivisch gesehen neue Impulse und neue Zielgruppenansprachen. Sie muss sich einstellen, auf die Bedürfnisse und Wünsche einer neuen Fachbesucher-Generation. Die ISH muss zukünftig ihren Besuchern ein unvergleichliches Erlebnis bieten. Ihr Besuch bleibt für das Fachhandwerk ein "Muss" und klarer Mehrwert für die Aufnahme von Produktinnovationen, neuen Geschäftsideen sowie Anbahnung von Geschäftskontakten, als auch Netzwerken. Die ISH muss „die Plattform“ für eine notwendige Neuausrichtung und Ausdehnung unserer Geschäftsfelder sein.

Meine Empfehlung an alle Kolleginnen und Kollegen lautet deshalb: Nehmt Euch die Zeit, gerade in dieser Zeit des Umbruchs! Gönnt auch den Mitarbeitern den gemeinsamen Besuch, denn die gerade jetzt so wichtige Weiterentwicklung, die Aufnahme neuer Produkte oder Geschäftsmodelle kann man nur mit den eigenen Mitarbeiter aufnehmen und umsetzen.