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Standpunkte des ZVSHK

Statementdienst 07/2014

Manfred Stather, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima zu "Mehr Kreativität bei der Nachwuchsrekrutierung!"

St. Augustin, 9. September 2014 Hof fegen, Lieferwagen waschen, Kaffee kochen und die Bratwurst mittags von der Bude um die Ecke für die Meister holen -  Firmen, die ihre Azubis heute noch so behandeln, dürfen sich nicht wundern, wenn ihr Betrieb schon bald lehrlingsfrei ist. Denn in Zeiten des Nachwuchsmangels ist der Azubi heute ein knappes Gut.
 
Grund genug für unseren Wirtschaftsminister sich persönlich dieses Problems anzunehmen. So präsentierte Sigmar Gabriel unlängst die Ergebnisse einer Studie, die erstmals den Zusammenhang zwischen der angespannten Fachkräftesituation und dem Ausbildungsengagement der Wirtschaft feststellt. Zum einen, lobt der Minister, werde seitens der Wirtschaft auf den Fachkräftemangel mit einem erhöhten Ausbildungsangebot reagiert. Zum anderen zeigten die Jugendlichen ein steigendes Interesse an den so genannten „Engpassberufen“. Das sind Berufe, bei denen die Zahl an offenen Stellen höher ist als die an Bewerbern.

Doch diese positive Wendung kommt nicht von ungefähr. Im SHK-Handwerk haben wir frühzeitig erkannt, dass Jammern alleine nicht hilft. So setzen wir seit  langem den Hebel an verschiedenen Stellen an. Basis einer erfolgreichen Nachwuchsrekrutierung ist natürlich in erster Linie eine qualitativ hochwertige Beratung bei der Berufswahl, sicher auch flankiert von einem aufmerksamkeitsstarken werblichen Auftritt, wie beispielsweise unserer „Volles Rohr“-Kampagne.  Doch das alleine schafft noch keine Trendwende. Wie in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft bereits seit längerem üblich, so hält eine Entwicklung auch beim SHK-Handwerk immer stärker Einzug: das Employer Branding  - direkt übersetzt mit „Arbeitgebermarke“. Gemeint sind damit Betriebe oder Unternehmen, die sich Gedanken machen, wie sie neben der Vermittlung des fachlichen Know-hows als Arbeitgeber für den Nachwuchs interessant sein können.
Denn der Lehrling ist wieder gefragt und wird entsprechend hofiert. Dabei gehen die Angebote oft weit über das Engagement bei der betrieblichen Altersvorsorge hinaus. So zahlt der Chef beispielsweise den Mitgliedsbeitrag für das örtliche Fitness-Studio, oder übernimmt die Kosten für den Führerschein, wenn der Azubi den Ausbildungsvertrag unterschreibt und im Betrieb bleibt.

Fazit: SHK-Betriebe, die manchmal unkonventionelle Wege gehen, die nach außen glaubhaft auftreten und über ein gutes Betriebsklima verfügen, einen leistungsgerechten Lohn zahlen, vernünftige Arbeitszeiten haben und vor allem die erbrachte Leistungen anerkennen, haben auch heute beste Chancen, Nachwuchs zu finden.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist die Standesorganisation von fast 53.000 Handwerksbetrieben mit 346.000 Beschäftigten. Der Jahresumsatz des Sanitär-, Heizungs-, und Klimahandwerks lag 2013 bei 37,9 Milliarden Euro. Der ZVSHK ist zudem Gründer und Träger der Weltleitmesse ISH.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Frank Ebisch
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