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Standpunkte des ZVSHK

Statementdienst 03/2014

Manfred Stather, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima, zu "Herausforderungen meistern!"

St. Augustin, 5. Mai 2014 Frühlingszeit ist Abizeit. Über 300.000 Abiturienten schwitzen in diesen Wochen wieder über Mathe-, Bio- oder Englischklausuren und sind mehrheitlich felsenfest davon überzeugt, damit den ersten Schritt in das Berufsleben gemacht zu haben. Doch Vorsicht: Viele der Absolventen stolpern vom ohnehin praxisfernen Abitur direkt in die "Theoriefalle Uni".

Während die Zahl der Studienanfänger kontinuierlich steigt, schaut das ausbildende Handwerk weitestgehend in die Röhre. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Studium ist immer noch der höchste akademische Abschluss und gesellschaftlich anerkannt. Doch diese "Akademisierung" hat auch Nachteile. Während die Absolventenmassen in Scharen an die Hochschulen strömen, ringt das Handwerk um qualifizierten Nachwuchs. Es bekommt kaum noch Auszubildende. Und das liegt keineswegs an der Attraktivität und am Anspruch der Ausbildung. Berufe wie zum Beispiel Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bieten anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder, die komplexes Wissen im Umgang mit hochmodernen Anlagen für Wasser, Wärme, Luft erfordern. Handwerksarbeit ist Expertenarbeit.

Insofern haben Bund, Länder und Sozialpartner 2012 mit der Gleichstellung der Abschlüsse Bachelor und Handwerksmeister einen längst überfälligen Schritt vollzogen. So steht dem Handwerksmeister von nun an auch das Masterstudium offen. Theoretisch. In der Realität jedoch findet man kaum einen Meister an der Uni. Doch warum stockt solch ein Annäherungsprozess, der durch die Vermischung von Theorie und Praxis eigentlich beste Chancen bietet? Größtes Hindernis sind sicherlich noch die Ressentiments auf beiden Seiten. So gibt es bei den praxiserfahrenen Meistern Vorbehalte gegen zu viel Theorie, wohingegen den Hochschulen immer noch Praxisferne vorgeworfen wird. Dabei geht es doch nicht um die Eitelkeiten einzelner Berufsstände, sondern um die Durchlässigkeit in unserem Bildungssystem, um Chancengleichheit und letztlich um die Stabilisierung einer der wichtigsten Säulen der deutschen Wirtschaft: des Handwerks.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist die Standesorganisation von über 54.000 Handwerksbetrieben mit 346.000 Beschäftigten. Der Jahresumsatz des Sanitär-, Heizungs-, und Klimahandwerks lag 2013 bei 37,9 Milliarden Euro. Der ZVSHK ist zudem Gründer und Träger der Weltleitmesse ISH.

Ansprechpartner für Rückfragen:

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Mobil 0151 24156979
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