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Standpunkte des ZVSHK

Statementdienst 02/2014

Manfred Stather, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima, mit "Hurra, wir leben noch!"

St. Augustin, 8. April 2014 Es ist und bleibt ein emotionales Thema: die Energiewende. Wie facettenreich es zudem ist, zeigt sich jüngst an der Diskussion um die russischen Erdgaslieferungen. Und egal ob Fukushima oder Ukraine, instinktiv bringt jede Interessengruppe ihre Argumente in Stellung. Die Wirtschaft klagt, dass es ohne sie mit der Energiewende sowieso nichts werde, die Versorger mahnen, dass sie die Dinge, die die Politik beschließt, vor Ort ausbaden müssten und die Politik beschwichtigt derweil, keine Panik, die Russen hätten sich selbst während des kalten Krieges an die beschlossenen Vereinbarungen gehalten, wie Sigmar Gabriel erinnert.

Barbara Hendricks, ihres Zeichens Kabinettskollegin von Sigmar Gabriel, hat nun im Deutschlandfunk mit einem ganz neuen, hochemotionalen Aspekt die Diskussion bereichert. Und zwar nach folgendem Strickmuster: Man solle sich öfters mal einen Pulli anziehen, statt mehr zu heizen. 20 Grad seien doch ausreichend. Sie praktiziere diese Form des Energiesparens jedenfalls auch und lebe schließlich auch noch. Die Energiewende – eine Überlebensfrage?

Es besteht durchaus Anlass, sich angesichts solcher Zitate die Augen zu reiben. Persönliche Energiespartipps gut und schön. Pullover, Decke oder dicke Strümpfe - ist doch Jacke wie Hose. Die zentrale Frage lautet: Warum kümmert man sich nicht zunächst um die Dinge, die man beeinflussen kann, statt selbstgestrickte Energiespartipps zu entwerfen oder auf Entscheidungen der großen Politik zu warten? Wir erinnern uns: Noch 2011 hieß es im Energiekonzept der Bundesregierung, man wolle den Wärmebedarf in Gebäuden gegenüber 2008 bis 2020 um 20 Prozent reduzieren, bis 2050 den Primärenergiebedarf gar um 80 Prozent. Das würde eine Sanierungsquote von jährlich rund zwei Prozent bedeuten – stattdessen wurde nicht einmal die Hälfte erreicht. Das zeigt: Handlungsspielräume müssen geschaffen werden, um private Investitionen zu fördern. Nicht jeder ist in der Lage, gleich 50.000 Euro für eine umfangreiche Gebäudesanierung auf den Tisch zu legen, warum nicht einzelne Sanierungsmaßnahmen fördern? Warum nicht endlich dafür sorgen, dass der veraltete Heizungsanlagenbestand in Deutschland modernisiert wird. Das wäre dann nicht nur ein sinnvoller Beitrag zur Energiewende. Es würde zudem auch das Gefühl der Ohnmacht beim Immobilienbesitzer etwas reduzieren. Denn Pullis habe die Meisten genug im Schrank.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist die Standesorganisation von fast 54.000 Handwerksbetrieben mit 346.000 Beschäftigten. Der Jahresumsatz des Sanitär-, Heizungs-, und Klimahandwerks lag 2013 bei 37,9 Milliarden Euro. Der ZVSHK ist zudem Gründer und Träger der Weltleitmesse ISH.

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