Pressemitteilung

Gemeinsame Verbändeerklärung von AdK, HKI und ZVSHK

Heizen mit Holz – Nachhaltiger Beitrag zur Wärmewende

Frankfurt, 16. März 2017 Die Träger des Ofenforums bekennen sich zu dem Leitgedanken einer nachhaltigen und globalverantwortlichen Energiepolitik. Mit dem Klimaschutzplan 2050 hat die Bundesregierung einen Entwicklungspfad zur sektorübergreifenden Minimierung der Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten als politisches Leitbild vorgezeichnet. Als Branchenverbände unterstützen wir diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Das CO2-neutrale Heizen mit Holz aus nachhaltigen Quellen stellt die wichtigste regenerative Energiequelle im Bereich der Gebäudewärme dar und trägt maßgeblich zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor bei. Allein die Holzenergienutzung in Privathaushalten liefert mit nahezu 61 Mrd. kWh den mit Abstand größten Beitrag zur Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien. (Vgl.: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, AGEE-Stat, 02/2016) Moderne Kamin-, Pellet- und Kachelöfen bieten Lösungen, um den CO2-Problemen und Effizienzanforderungen des Wärmemarktes gerecht zu werden. In Kombination mit Zentralheizungssystemen, in Verbindung mit Solaranlagen oder Wärmepumpen können diese hocheffizienten, emissionsarmen Geräte heutigen Standards ohne erhebliche Investitionskosten und Förderbeiträge einen wertvollen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten.

Einzelraumfeuerstätten – Mittelständische Wirtschaft nahe am Verbraucher

Aktuell werden in Deutschland rund 11 Millionen Einzelraumfeuerstätten und Zentralheizungsanlagen für feste Brennstoffe betrieben. Hinter diesem Gerätebestand stehen 11 Millionen Hauseigentümer und Familien sowie zahlreiche im Wesentlichen mittelständisch strukturierte Produktionsunternehmen, regionale Handwerksbetriebe und Fachhändler mit hoher technischer Kompetenz und engem Bezug zum Verbraucher.

Die Holzenergie hat sich außerdem zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein der Forst- und Holzbranche entwickelt. Wertschöpfung und Beschäftigung in der deutschen Forstwirtschaft, die insbesondere in ländlichen Regionen von großer wirtschafts- und sozialpolitischer Bedeutung ist, hängen maßgeblich von der energetischen Holznutzung ab.

Innovation im Wärmemarkt: Mehr Effizienz - weniger Schadstoffe

Die Ofenbranche hat sich den Herausforderungen des Emissionsschutzes gestellt. Die heutige Generation an Festbrennstofffeuerstätten ist mit moderner Verbrennungstechnik ausgestattet und emittiert in der Typprüfung sieben bis zehnfach geringere Staubmengen als noch in den 70er-Jahren, bei wesentlich verbesserten Wirkungsgraden. (Hochrechnung von Ergebnissen aus Typprüfberichten, HKI, 2015)

Durch eigene Qualitätsstandards, welche über die aktuellen gesetzlichen Anforderungen der 1. BImSchV hinausgehen, und kontinuierliche Verbraucherberatung strebt die Branche weitere Verbesserungen des Emissionsverhaltens im realen Praxisbetrieb an und leistet ihren Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Gelingen der Wärmewende. Diese Initiativen und laufenden Qualitätsverbesserungen sollten von Seiten der Politik durch verlässliche Rahmenbedingungen und Anreizprogramme zur beschleunigten Bestandsmodernisierung flankiert werden.

Wahlfreiheit und Wettbewerb statt Anschluss- und Benutzungszwänge

Moderne Einzelraumfeuerstätten stellen eine für den Bürger günstige und unabhängige Möglichkeit zur Nutzung regenerativer Energien dar. Sie sind Lösungen, die hocheffizient und emissionsarm, unabhängig von Strom und Wärmenetzen sowie fossilen Brennstoffen und nahezu verlustfrei Wärme für den Aufstellungsraum liefern. Durch die Unabhängigkeit von externen Energienetzen und die nachhaltige regionale Verfügbarkeit biogener Brennstoffe garantieren Einzelraumfeuerstätten eine zuverlässige Wärmeversorgung auch bei Versorgungsengpässen oder -ausfällen der (erneuerbaren) Stromversorgung.

Die Wahlfreiheit für ein ökologisch und ökonomisch individuell vorteilhaftes Heizsystem wird jedoch durch Anschluss- und Benutzungszwänge an Nah- oder Fernwärmenetze sowie Verbrennungsverbote für bestimmte Brennstoffe für immer mehr Hausbesitzer eingeschränkt. Dabei stellen lokale Wärmenetze oft nicht die beste ökologische und ökonomische Lösung zur Wärmeerzeugung aus biogenen Brennstoffen dar. Durch individuelle Sanierungsmaßnahmen und die Optimierung des Bestandes an Heizungssystemen lassen sich die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung günstiger und schneller erreichen als mittels Nah- und Fernwärmenetzen. (Vgl.: Dezentrale vs. zentrale Wärmeversorgung im deutschen Wärmemarkt, Prof. Dr. Andreas Pfnür, Dr.-Ing. Bernadetta Winiewska, Dipl.-Ing. Bettina Mailach, Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz, 2016). Letztere sind für den Verbraucher zudem mit höheren Kosten verbunden.

Technologieoffenheit und Wettbewerb sollten daher als Triebfedern für die Umsetzung der Energiewende insb. im Gebäudebestand unbedingt gewahrt und ordnungsrechtlich verankert werden. Markteingriffe wie Anschlusszwänge und sog. Verbrennungsverbote sind abzulehnen.

Zentrale Forderungen der Ofenbranche an die Politik

  • Der maßgebliche Beitrag moderner Holz- und Pelletöfen zur nachhaltigen Wärmeversorgung und zur Ergänzung von Heizungssystemen in Wohngebäuden muss vom Gesetzgeber anerkannt und ordnungsrechtlich verankert werden (Bsp. Anerkennung aller Einzelraumfeuerstätten gemäß 2. Stufe 1. BImSchV im Gebäudeenergiegesetz).
  • Die Holzenergie, von der Forst- und Holzwirtschaft über die Industrie bis hin zu Handwerk und Fachhandel, ist auch für Wirtschaft und Beschäftigung in Deutschland von Bedeutung. Angesichts der großen klimapolitischen Herausforderungen, denen wir uns stellen, benötigt der Sektor stabile ökonomische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Wirtschaft und Verbraucher.
  • Moderne Feuerstätten heutigen Standards bieten Lösungen, um den Emissionsproblemen und Effizienzanforderungen des Wärmemarktes zu begegnen. Klimapolitisch, wie auch unter dem Gesichtspunkt der Emissionsminderung, ist daher eine beschleunigte Modernisierung des Anlagenbestandes durch Anreize und Fördermaßnahmen zu forcieren.
  • Durch Förderprogramme zum Austausch oder Sanierung älterer Feuerstätten kann die öffentliche Hand mit vergleichsweise geringem Aufwand den Anteil der erneuerbaren Energien im Gebäudesektor stabilisieren und unmittelbar zur Emissionsminderung und Effizienzsteigerung im Wärmemarkt beitragen.
  • Die Wärmewende ist möglich, wenn die Potentiale aller zur Verfügung stehenden Technologien zur Zielerreichung genutzt werden können. In der Ausgestaltung der Klimapolitik plädieren wir daher mit Nachdruck für die Wahrung von Technologieoffenheit, Wahlfreiheit, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb.
  • Markteingriffe wie Anschluss- und Benutzungszwänge oder generelle Verbrennungsverbote sind abzulehnen.

Dateien:
PM_Ofenforum_2017.pdf212 K