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Handwerk verurteilt Kupferkartell

ZVSHK prüft "Sammelklage" auf Schadensersatzleistung.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik Deutschland (ZVSHK/GED) hat mit Empörung auf das Bekanntwerden jahrelanger Preisabsprachen in der Kupferfittingsbranche reagiert. ?Dieses wettbewerbswidrige Verhalten namhafter Unternehmen der internationalen Sanitärindustrie reicht zurück bis in die achtziger Jahre. Seit dieser Zeit werden unsere SHK-Fachbetriebe durch die Preisabsprache für Fittings aus Kupfer oder Kupferlegierungen benachteiligt. Das ist ein beispielloser Skandal?, sagt Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK.

Die EU-Kommission hat im September 30 Unternehmen wegen ihrer Beteiligung an dem Preiskartell mit einer Geldbuße von insgesamt 314,7 Millionen Euro belegt. Das ist die fünftgrößte Geldbuße, die je gegen ein Kartell verhängt wurde. In Deutschland sind die beiden Fittingshersteller Viegener und Sanha Kaimer betroffen. ?Wir werden sehr genau darauf achten, dass die Millionen-Strafe durch neue Preiserhöhungen nicht auch noch indirekt vom Handwerk aufgebracht werden muss?, erklärt von Bock und Polach. Zudem behalte sich der ZVSHK vor, im Interesse der geschädigten SHK-Unternehmen eine ?Sammelklage? auf Schadensersatzleistungen zu veranlassen. ?Dies sieht die Entscheidung der EU-Kommission ausdrücklich vor. Wir prüfen zurzeit genau den Sachverhalt und werden danach entscheiden, ob wir unseren Betrieben empfehlen, Schadensersatz geltend zu machen.?

St. Augustin, 10. Oktober 2006