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Die Konkurrenz durch den Schornsteinfeger

Die Aufhebung des Nebenerwerbsverbots für Bezirksschornsteinfegermeister führte mancherorts zu einer Zunahme gewerksübergreifender Tätigkeiten.

Die Aufhebung des Nebenerwerbsverbots für Bezirksschornsteinfegermeister führte mancherorts zu einer Zunahme gewerksübergreifender Tätigkeiten durch das Schornsteinfegerhandwerk, während Ofen- und Luftheizungsbauer bislang wenig Interesse zeigen, Ihre Geschäftsbereiche um Angebote aus dem Schornsteinfeger-Handwerk zu ergänzen. Konkret bedeutet das für den Ofenbauer, dass er Kunden an den Schornsteinfeger verlieren kann. Dieser bietet u. U. Wartungs- und Sanierungsarbeiten an Feuerstätten und Schornsteinen bis hin zum Verkauf von Kaminöfen an. In machen Fällen werden sogar Kachelöfen vom Schornsteinfeger angeboten.

Da stellt sich dem Ofenbauer die Frage: Darf der Schornsteinfeger das? Die Antwort ist: Ja, solange sich der Bezirksschornsteinfegermeister oder der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger an die Spielregeln hält. Er muss für die Tätigkeiten, die er seinem Kunden anbietet, eine Eintragung in die Handwerksrolle besitzen, sofern diese eintragungspflichtig sind. Wenn er über eine Eintragung verfügt, darf er außerhalb des eigenen Kehrbezirkes uneingeschränkt alle eingetragenen Tätigkeiten anbieten und ausführen, dabei aber nicht mit seiner hoheitlichen Position als Bezirksschornsteinfeger werben. Innerhalb des eigenen Kehrbezirkes gelten hingegen einige Sonderregeln. Beispielsweise muss er darauf achten, bei der Ausübung seines öffentlichen Amtes unparteiisch zu sein. Außerdem darf er auf die Daten des Kehrbuches nur zur Erfüllung seiner „hoheitlichen" Pflichten zugreifen, nicht im Rahmen seiner eigenen wirtschaftlichen Interessen. Das Kehrbuch darf demnach beispielsweise nicht für ein Sanierungsangebot genutzt werden. Bezirksschornsteinfeger dürfen im eigenen Kehrbezirk auch keine Anlagen abnehmen, an deren Verkauf oder Einbau sie oder Angehörige ihres Betriebes beteiligt waren. Darunter fallen auch Gesell- und Genossenschaften mehrerer Bezirksschornsteinfeger.

Welche Möglichkeiten haben Kunden und Ofen- und Luftheizungsbauer, gegen ein Fehlverhalten vorzugehen? Sind eindeutige schriftliche Beweismittel vorhanden, kann man die rechtswidrig handelnde Person bei der zuständigen Behörde – die meist in den Wirtschaftsministerien der Länder sitzt – anzeigen. Alternativ besteht die Möglichkeit, diesen Fällen über die Wettbewerbszentrale nachzugehen.

Unterm Strich ist die Konkurrenzsituation mit dem Bezirksschornsteinfeger regional sehr unterschiedlich. Viele Bezirksschornsteinfeger arbeiten vorbildlich mit unserem Gewerk zusammen. Aber Eines sollte sich das Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerk bewusst sein: Im marktgerechten Wettstreit um Kunden haben Ofen- und Luftheizungsbauer einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung. Vertrauen in die eigene Stärke verschafft ihnen schon heute gut gefüllte Auftragsbücher. Daran wird auch die Konkurrenz mit dem Schornsteinfeger in den nächsten Jahren nichts Grundlegendes ändern.