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Förderung von Einzelmaßnahmen im Bestand nach BEG

Förderung von Erneuerbaren Heiztechniken nach wie vor hochattraktiv

Update zum 21.09.2022 – Überraschend wurde eine erneute Änderung der BEG vorgenommen. Die Förderung der Optimierung in Bestandsgebäuden ist begrenzt auf maximal 5 Wohneinheiten oder 1000 m² Fläche. Damit werden verpflichtende Optimierungen nach EnSimiMaV nicht förderfähig.

 

Stand: 12.08.2022

Die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) wurde am 21.7.22 geändert. Diese Änderungen werden bei den Einzelmaßnahmen wirksam für Neuanträge ab dem 15.8.22. Näheres zur BEG erfahren Sie unter https://www.zvshk.de/beg/ Die Förderrichtlinien ermöglichen Zuschüsse bis zu 40%, sind vergleichsweise leicht verständlich und bürokratiearm zu beantragen. Verglichen mit der Förderung mit festen Sätzen bis Ende 2019 kann die neue Richtlinie im Einzelfall schnell eine Verdreifachung der Förderung bedeuten. Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel für eine Wärmepumpe als Ersatz für einen 21 Jahre alten Kessel bei einer Investition von 30.000 € mindestens 10.500 € Förderung möglich sind. Im Vergleich zur Situation bis zum 15.8.22 ergeben sich je nach Ausgangssituation Verschlechterungen. Die Förderung bleibt aber dennoch hochattraktiv.

Wichtig: Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es lediglich eine Änderungsverordnung, in der die Änderungen in den Förderprogrammen einzeln beschrieben sind. Der eigentliche Verordnungstext liegt nicht vor. Diese Vorgehensweise hinterlässt viele Fragen. Der ZVSHK wird diese Seite an die jeweiligen neuen Veröffentlichungen anpassen.

Einzelmaßnahmen sind in Wohn- und Nichtwohngebäuden förderfähig. Dabei gibt es im Einzelfall unterschiedliche Maßnahmen. Der ZVSHK erklärt im Folgenden die Grundlagen mit Schwerpunkt Bestandsanlagen im selbst genutzten Einfamilienhausbereich und gibt Hinweise für die weitere Vertiefung.

Bestehende Förderanträge werden unabhängig von der tatsächlichen Bearbeitung durch das BAFA nach den zum Zeitpunkt der Genehmigung gültigen Regularien abgewickelt.

Wichtig: Auch wer eine Austauschverpflichtung nach Energieeinsparverordnung (EnEV) § 10/ Gebäudeenergiegesetz (GEG) § 72 hat, wird gefördert.

Änderungen im Vergleich zu den Regeln bis 15.8.22

  • Der iSFP-Bonus für Anlagen zur Wärmeerzeugung und in der systemischen Sanierung wird gestrichen. – Ein Sanierungsfahrplan ist dennoch ein sinnvolles Hilfsmittel. Bei der Planung einer neuen Heizungsanlage sollte weiterhin beim Kunden abgefragt werden, ob ein Sanierungsfahrplan vorliegt.
  • Der Heizungs-Tausch-Bonus wird eingeführt. – Im Gegensatz zum bisherigen Kesseltausch-Bonus kommen jetzt deutlich mehr Nutzer in den Genuss dieser zusätzlichen Förderung. Mit 10 %-Punkten bonifiziert wird der Austausch von funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas- und Nachtspeicherheizungen. Bislang war dies lediglich bei Ölkesseln der Fall. Ausschließlich bei zentralen Gaskesseln wird als Nebenbedingungen ein Mindestalter von 20 Jahren aufgeführt. Für den Austausch von Gasetagenheizungen gibt es in dieser Hinsicht keine Anforderung.
  • Der Wärmepumpenbonus wird eingeführt. Bei Wärmepumpen mit Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erhöht sich die Förderung um 5 Prozentpunkte.
  • Die Fördersätze für Einzelmaßnahmen werden angepasst. In vielen Fällen dürfte dies eine Verschlechterung gegenüber den bisherigen Konditionen bedeuten auf dennoch insgesamt hohem Niveau.
  • Gaskessel, auch als Hybridkessel oder „renewable ready“ sind wie bisher Ölkessel nicht mehr förderfähig. Da Solaranlagen weiterhin förderfähig sind, ist davon auszugehen, dass dies auch für Kessel mit Solar gilt. In diesem Fall wäre aber der Kesselanteil von der Förderung ausgeschlossen. Nach dem jetzigen Stand besteht weiterhin eine steuerliche Förderung §35 c EStG in Verbindung mit der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) u.a. für Gas- Hybridgeräte. Es bleibt offen, wie lange dieser Weg offen bleibt. Ebenfalls ist die finanzielle Attraktivität im Vergleich zur Zuschussförderung nach BEG zu hinterfragen.
  • Die Änderungen im technischen Merkblatt wurden in dieser Datei im Abschnitt "Blauversion" farblich hervorgehoben.

FAQ des ZVSHK zur Förderung von Einzelmaßnahmen im Bestand nach BEG

BEG - Was wird gefördert (allgemein)?

BEG: Neue Förderrichtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude

Gefördert werden Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden, die den in der Anlage zu dieser Richtlinie niedergelegten technischen Mindestanforderungen entsprechen, durch Fachunternehmen durchgeführt werden, sowie zu einer Verbesserung des energetischen Niveaus des Gebäudes führen. Ziele sind die Minderung von CO2-Emissionen, die Erhöhung der Energie-Effizienz und des Anteils erneuerbarer Wärme und Kälte im Gebäudesektor in Deutschland. Hinzugekommen ist die Notwendigkeit, die Abhängigkeit vom russischen Öl und Gas zu verringern.

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt für Einzelmaßnahmen je nach Maßnahme zwischen 300 und 2.000 Euro (brutto). Mit den Einzelmaßnahmen sind aus dem Bereich SHK u.a. neue Wärmeerzeuger gemeint, aber auch alle Arbeiten, die für den Einbau notwendig sind. So sind im Prinzip alle Folgekosten förderfähig, zum Beispiel Maurerarbeiten für Durchbrüche, Demontage von Altanlagen,… Ebenfalls förderfähig sind Optimierungsmaßnahmen an der Heizung, der Einbau einer Lüftungsanlage der Einbau smarter Techniken zum Energiemanagement und Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Alles läuft über den gleichen Antrag (One-Stop-Shop).

Gefördert wird anteilsmäßig. Je nach Maßnahme wird ein Anteil von 10-40% ausgezahlt. Bei der im Jahr 2022 meist beantragten Maßnahme (Wärmepumpe) liegt der Fördersatz bei 35% bei Wechsel von einer Ölheizung oder einem Gaskessel älter als 20 Jahre.

Warum wird gefördert?

Im Rahmen des Klimapaketes der Bundesregierung wird für Deutschland bis 2050 eine CO2-Neutralität angestrebt. Investitionen in den Gebäudebestand haben eine lange Lebensdauer. Im Sinne des Klimaschutzes unbefriedigende Lösungen blockieren daher für sehr lange Zeiträume dringend benötigte CO2-Einsparungen. Um diese Ziele zu erreichen, ist unter anderem eine mittelfristige Abkehr von fossilen Brennstoffen notwendig. Hinzugekommen ist die Notwendigkeit, die Abhängigkeit vom russischen Öl und Gas zu verringern.

Daher werden Nutzer, die frühzeitig zu erneuerbaren Energien wechseln, durch die neuen Förderprogramme belohnt.

Kann ich noch mit Gas oder Öl heizen?

Entgegen der bisweilen etwas reißerischen Berichterstattung der letzten Monate wird das noch weiterhin erlaubt und auch möglich sein. Wer heute einen Öl- oder Gaskessel kauft, wird ihn voraussichtlich noch bis zum Ende der Gerätelebensdauer betreiben dürfen. Allerdings ist ein mittelfristiges Ende der Verbrennung von fossilen Brennstoffen aus Klimaschutzsicht notwendig. Wegen der etwas höheren CO2-Emissionen von Heizöl im Vergleich zu Erdgas war das zuerst bei Heizöl offensichtlich. Vor dem Hintergrund der Abhängigkeit von russischem Gas trifft es inzwischen Erdgas in gleichem Maße. Mit der Überarbeitung des GEG werden vermutlich ab 2023 neue fossile Kessel im Regelfall nur noch in Verbindung mit erneuerbaren Energien zulässig sein. Generell soll es nach dem aktuellen Diskussionsstand einen Vorrang für zum Beispiel Wärmepumpe geben. Ein generelles Verbot von Bestandsanlagen ist derzeit nicht geplant. Bestehende Öl- und Gasheizungen können wie bisher weiter genutzt werden. Über die CO2-Bepreisung werden aber fossile Brennstoffe seit 2021 in behutsamen Schritten verteuert werden. Dazu kommen die Preissteigerungen im Zuge des Krieges in der Ukraine.

Die BEG fördert formal Öl- und Gasheizungen nicht mehr. Wenn ein fossiler Kessel aber mit erneuerbaren Energien gekoppelt ist, ist dieser erneuerbare Anteil vermutlich förderfähig. Ein Kessel, der mit einer Solaranlage, Wärmepumpe, Pellet- bzw. Holzkessel oder einem Pelletkessel mit Wassertasche (Auszug der Möglichkeiten) kombiniert wird, erhält also für diese ergänzenden Bestandteile weiterhin finanzielle Unterstützung. Wer hingegen von Gas oder Öl wechselt, erhält einen um 10%-Punkte höheren Fördersatz. Das bedeutet beim Wechsel zu einer Wärmepumpe eine Förderung von 35% statt 25%. Mit dieser höheren Förderung auf die gesamte Investition werden die Umstellungskosten abgefedert.

Damit ist Panik nicht angesagt. Man sollte sich aber fragen, ob angesichts der erheblichen Förderung ein frühzeitiger Wechsel zu Erneuerbaren Energien nicht finanziell machbar oder sogar vorteilhaft ist. So oder so gilt, besser ohne Förderung nur den Kessel tauschen als gar nichts zu machen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Kann ich meine Heizung überhaupt auf Erneuerbare Energien zu vernünftigen Kosten umstellen?

Grundsätzlich ist eine Umstellung technisch in den meisten Fällen möglich. Egal ob Wärmepumpe, Pellet oder Solar: Jede Technik hat ihre Randbedingungen, so wie es die alte Heizung auch hatte. Im Prinzip findet sich jedoch fast immer eine Lösung. Der geschulte SHK-Fachbetrieb kennt sich hier aus.

Es wird für den Kunden eine überschaubare zeitliche Mehrbelastung geben, die zum Beispiel durch den Einsatz von Pufferspeichern auf dem Bewohner zukommt. In den meisten Fällen dürfte die Umstellung im Vergleich zum reinen Kesseltausch etwa einen Tag länger dauern. Ihre Fachverbände bieten Schulungen an, wenn einzelne Techniken bislang von Ihnen noch nicht angeboten wurden.

Die Investition ist natürlich deutlich höher. Davon muss man aber die erhebliche Förderung abziehen. Bei einem Wechsel von Öl zu zum Beispiel Wärmepumpe werden 35% - bei besonderen Randbedingungen sogar 40 % - der förderfähigen Kosten bezuschusst. In vielen Fällen wird dies bedeuten, dass die realen Mehrkosten aus Kundensicht vernünftig erscheinen oder vielleicht sogar bei null liegen. Die Kosteneinsparung durch den niedrigen Verbrauch hält aber ein Geräteleben an. Das gute Umweltgewissen ist unbezahlbar.

Gibt es weitere Förderungen?

Mit der BEG wurde die Förderlandschaft auf Bundesebene neu aufgestellt https://www.zvshk.de/beg Es gibt zum Beispiel Förderungen für die Sanierung bzw. den Neubau von besonders effizienten Gebäuden über die KfW. Wichtig: Im Neubau gibt es keine Kumulierbarkeit mehr, bei der Sanierung ist dies eher theoretischer Natur. Bisweilen gibt es auf Länder- oder kommunaler Ebene weitere Unterstützung, bei der die Kumulierbarkeit aber überprüft werden sollte. Es gibt eine vielschichtige Förderung von KWK-Anlagen, bei der aus verschiedenen Quellen ebenfalls deutliche Summen fließen. KWK-Anlagen, also zum Beispiel Brennstoffzellen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung, sind nicht Bestandteil der hier beschriebenen BAFA-Förderung. Die Förderung für die Heizungsoptimierung wurde in die BEG Einzelmaßnahmen integriert.

Das bedeutet, dass mit der Kenntnis der BEG mit Ausnahme der KWK alle Bundesförderungen erfasst sind. Diese können bei den Einzelmaßnahmen auch gemischt gleichzeitig mit einem Online-Formular beantragt werden (One-Stop-Shop).

Nach wie vor aktuell ist die steuerliche Förderung für Erneuerbare Energien im  gem. §35 c EStG in Verbindung mit der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV). Diese ist nicht kumulierbar mit der BAFA-Förderung und auch finanziell für die meisten deutlich weniger attraktiv. Vorteil der steuerlichen Förderung ist, dass sie nachträglich erfolgt und im Gegensatz zur BEG-Förderung keinen Antrag vorab benötigt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind auch noch Hybridgeräte förderfähig. Es bleibt offen, wie lange dies möglich sein wird.

Wie lange wird es diese hohe Förderung geben?

Nach dem aktuellen Verordnungsstand endet die Förderung am 31.12.2030. Damit ist nicht automatisch verbunden, dass die derzeit sehr hohen Fördersätze oder die Technischen Mindestanforderungen auch in der aktuellen Form und Höhe bestehen bleiben. Auch Richtlinien können verändert werden. Das Förderprogramm ist entsprechend dem politischen Willen jedoch finanziell auskömmlich ausgestattet.

Ab Januar 2023 ist mit folgenden Änderungen zu rechnen:

  • Die BEG-Richtlinien werden in überarbeiteter Fassung neu veröffentlicht.
  • Ein Bonus für serielle Sanierung wird eingeführt.
  • Die Neubauförderung tritt in novellierter Form in Kraft.

Wer sich aktuell mit der Sanierung seiner Heizung beschäftigt, ist daher vermutlich gut beraten, die Sanierung zügig durchzuführen. Zu einem Schnellschuss sollte man sich aber dennoch nicht hinreißen lassen. Wenn eine umfangreiche Sanierung einschl. Gebäude sinnvoll erscheint oder gewünscht ist, sollte eine sorgfältige Planung gegenüber einer schnellen Durchführung bevorzugt werden.

Wird diese Förderung von den Kunden überhaupt angenommen?

Zwischen März und Juni 2022 wurden monatlich über 40.000 Wärmeerzeuger beantragt. Zum Vergleich: Von 2010 bis 2020 wurden in Deutschland zwischen 615.000 und 842.000 Wärmeerzeuger abgesetzt. In 2022 stieg die Zahl auf 929.000 Stück. Zwischen Antragstellung und Ausführung gibt es einen gewissen Zeitverzug. Mit diesen Zahlen ist aber erkennbar, dass kurzfristig jeder zweite eingebaute Wärmeerzeuger aus diesem Programm gefördert wird und aus dem Bereich Erneuerbare Energien stammt.

Was wird jetzt genau gefördert?

Die folgende Darstellung beschränkt sich auf die Förderung eines selbst genutzten Einfamilienhauses im Bestand über das Bafa. Hinweise an gewerbliche Vermieter finden sich in der Förderrichtlinie. Die Warmwasserbereitung muss nicht zwangsweise über den zentralen Wärmeerzeuger erfolgen.
Es werden folgende Sanierungen gefördert (Nummerierung ist nicht identisch mit BAFA):

1)    Wärmepumpen  

  • Bei den Wärmequellen Wasser, Erdreich oder Abwasser erhöht sich die Förderung um den Wärmepumpenbonus.
  • Eine Liste der förderfähigen Anlagen wird vom BAFA vorgehalten (Links s. Downloads)

2)    Biomasseanlagen  

  • Pellet-, Scheitholz und Hackschnitzelkessel
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Eine Liste der förderfähigen Anlagen wird vom BAFA vorgehalten (Links s. Downloads)

3)    Solarkollektoranlagen

  • Für Warmwasserbereitung
  • Für Heizungsunterstützung und ggf. Warmwasserbereitung
  • Eine Liste der förderfähigen Anlagen wird vom BAFA vorgehalten (Links s. Downloads)

4)    Erneuerbare Energien Hybridheizungen

  • Hier werden 2 Fälle unterschieden: Erneuerbare Energien Hybridheizungen mit bzw. ohne Biomasse. Hintergrund dieser Unterscheidung sind unterschiedliche Fördersätze.
    - Ohne Biomasse: Im Prinzip handelt es sich um die Kombination von Wärmepumpen mit Solarthermischen Anlagen.
    - Mit Biomasse: Im Prinzip handelt es sich um die Kombination von Biomasseanlagen mit Solarthermischen Anlagen. Denkbar wäre auch eine Kopplung von einem Biomassekessel/Kaminöfen mit Wassertasche mit Wärmepumpe. Dabei ist zu bedenken, dass in diesem Fall der Fördersatz niedriger liegt als für die Wärmepumpe allein.

5)    Gebäudenetze und der Anschluss an ein Gebäude- bzw. Wärmenetz

  • Anteil Erneuerbare Energien >=25%    

6)    Optimierung

  • im Sinne der  ZVSHK/VdZ/VDMA-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“: hydraulischer Abgleich, Berechnung der niedrigsten möglichen Temperatur, Austausch von Heizkörpern zur Absenkung der Systemtemperatur, Rohrleitungsdämmung.
  • im Sinne der  ZVSHK/VdZ/VDMA-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“: hydraulischer Abgleich, Berechnung der niedrigsten möglichen Temperatur, Austausch von Heizkörpern zur Absenkung der Systemtemperatur, Rohrleitungsdämmung.
  • Förderung begrenzt auf maximal 5 Wohneinheiten oder 1000 m² Fläche

7)    Anlagentechnik

  • Einbau, Austausch und Optimierung von Raumlufttechnischen Anlagen (zum Beispiel kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung)
  • Einbau digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung bzw. zur Verbesserung der Netzdienlichkeit („Efficiency Smart Home“)

8)    Gebäudehülle

  • Gebäudedämmung
  • Fenster, Türen
  • außenliegender Sonnenschutz mit optimierter Tageslichtversorgung

9)    Fachplanung und Baubegleitung

  • nur bei Planung oder Beauftragung durch Energieeffizienzexperten
  • Unabhängigkeit von bauausführendem Unternehmen
  • Hinweis: Die Planungsleistung im Rahmen des Auftrages durch den Fachhandwerker wird durch den Fördersatz der eigentlichen Maßnahme unterstützt.

Geförderte Wärmeerzeuger müssen nicht notwendigerweise auch die Warmwasserbereitung übernehmen. Alle Maßnahmen müssen zu einer Verbesserung des energetischen Niveaus führen. Während das beim Wechsel von einem alten Öl- oder Gaskessel zu einer Wärmepumpe eindeutig ist, bleibt abzuwarten, wie der Wechsel bei weniger eindeutigen Fällen vom BAFA bewertet werden wird (Beispiel: alter Scheitholzkessel zu neuer Wärmepumpe).

Die Fördersätze können der unten stehenden Tabelle entnommen werden. Sie erhöhen sich ggf. um weitere Prozentpunkte (Bonus), zum Beispiel beim Austausch einer Ölheizung. Bei einer Wärmepumpe wäre der Fördersatz in diesem Fall 35% (25%+10%).

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt für Einzelmaßnahmen (ohne Planung und Heizungsoptimierung) bei 2 000 Euro (brutto) und für die Heizungsoptimierung bei 300 Euro (brutto).

Die neue Förderrichtlinie fördert formal Hybridheizungen mit fossilen Kesseln nicht mehr. Wenn ein fossiler Kessel aber mit erneuerbaren Energien gekoppelt wird, ist vermutlich dieser zusätzliche Kostenanteil förderfähig. Achtung Förderfalle: Wenn der fossile Wärmeerzeuger und die ergänzende Wärmepumpe in einem Gerät verbaut sind, ist dies nicht förderfähig. Derzeit ist vermutlich noch eine steuerliche Förderung gem. §35 c EStG in Verbindung mit der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) möglich. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Wichtig: Anlagen, die einer Austauschverpflichtung unterliegen (nach BEG, EnEV) sind nicht von der Förderung ausgenommen.

Darüber hinaus werden alle Arbeiten, die für die Durchführung der Maßnahme notwendig sind, mit dem jeweiligen Fördersatz bezuschusst. Die Liste der denkbaren Maßnahmen ist lang und könnte zum Beispiel umfassen:

  • Demontagearbeiten und Entsorgung alter Wärmeerzeuger
  • Maurerarbeiten für notwendige Durchbrüche
  • Erstellung eines Fundamentes für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Außengerät) durch einen Gartenbaubetrieb
  • Umstellung auf zentrale Warmwasserbereitung (statt dezentraler Durchlauferhitzer)
  • Hydraulischer Abgleich
  • Austauschheizkörper zur Absenkung der Vorlauftemperatur

Die Liste ist weder abschließend noch gesichert. Bei der bisherigen Förderung hat das BAFA die Prüfung auf Förderfähigkeit leider erst mit dem Antrag auf Auszahlung durchgeführt. Es bleibt abzuwarten, wie großzügig das BAFA hier agieren wird. Informationen finden sich unter https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_infoblatt_foerderfaehige_kosten.pdf?__blob=publicationFile&v=6

Darüber hinaus kann die Planung bzw. Baubegleitung durch einen unbeteiligten Dritten mit 50 % gefördert werden.

Eventuelle Fördergrenzen sind zu beachten.

Fördersätze:
(Vergrößern durch Anklicken)

Welche technischen Randbedingungen muss ich einhalten?

Grundsätzlich muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden (s.  ZVSHK/VdZ/VDMA-Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand).  Dabei sind Verfahren A („Abschätzung“) und Verfahren B (Berechnung nach Normenreihe DIN EN 12831, https://www.zvplan.de/) möglich. Verfahren B wird empfohlen.

Grundsätzlich muss die Effizienz der Heizung nachgewiesen werden. Dies erfolgt in der Regel über einen Produktkenntwert (eta S aus Herstellerunterlagen) bzw. über die Listung beim BAFA. Objektspezifische Anforderungen, zum Beispiel die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe, müssen nicht mehr nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich dennoch vollumfänglich zu planen. Wärmepumpen mit aufgrund von mangelhafter Planung schlechten Jahresarbeitszahlen können zu juristischen Problemen mit dem Auftraggeber führen.  Je nach System werden Wärmemengenzähler benötigt. Die Wärmemengenzählung in der Regelung, wie sie teilweise bei Wärmepumpen und Solaranlagen zu finden ist, wird nach dem aktuellen Stand anerkannt.

Da die technischen Anforderungen vom gewählten Heizungssystem abhängen, sollte auf jeden Fall die Förderrichtlinie konsultiert werden.

Grundsätzlich muss eine gewisse Dokumentation erfolgen. Angesichts der extrem hohen Fördersummen erscheint die Dokumentation angemessen:
(Vergrößern durch Anklicken)

Was ist ETA s (ηS)?

Die „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ETA s (ηS) ist ein vom Hersteller ermittelter Produkt-Kennwert. Er beschreibt die Effizienz, wie sie sich im Betrieb über ein Jahr unter Normbedingungen ergibt. Dabei werden anteilig Teillast und Volllast berücksichtigt, ebenfalls bei Notwendigkeit zum Beispiel Außentemperaturen und Heizstabeinsatz (Luft-Wasser-Wärmepumpe). Dieser Wert ist unabhängig vom tatsächlichen Einsatzfall, weil objektspezische Randbedingungen vor Ort abweichen können. Er gibt aber zumindest eine Orientierung im Produktvergleich. Er ist den Herstellerunterlagen zu entnehmen.

Eine Liste der förderfähigen Anlagen wird vom BAFA vorgehalten (Links s. Downloads).

Wie kann ich aus einem bestehenden Kessel ein Hybridgerät machen?

Grundsätzlich ist das vermutlich kein Problem. Man kann einen bestehenden Kessel im Sinne einer Hybridisierung mit allen förderfähigen Wärmeerzeugern auf Basis Erneuerbarer Energien (Solar, Biomasse, Wärmepumpe) koppeln. Dabei handelt es sich aus Fördersicht jedoch nicht um ein Hybridgerät sondern um die Nachrüstung des neuen Wärmeerzeugers. Das bedeutet, es gelten die Anforderungen aus den Technischen Mindestanforderungen für den nachgerüsteten Wärmeerzeuger. Auf die Regelung sollte besonderes Augenmerk gelegt werden.

Was muss ich bei der Förderung beachten? (Verfahrensweise)

Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.
Für den Förderantrag werden Angebote für alle zu fördernden Arbeiten benötigt. Daraus wird die maximale Fördersumme berechnet. Arbeiten, die nicht im Förderantrag enthalten sind, sind nicht nachträglich förderfähig. Es empfiehlt sich daher, einen gewissen Risikopuffer einzukalkulieren. Wenn bei bestimmten Arbeiten noch nicht klar ist, ob sie benötigt werden, sollten sie im Angebot und der entsprechenden Angebotssumme vorsorglich enthalten sein. Wenn die Kosten dann tatsächlich niedriger ausfallen, wird die ausgezahlte Fördersumme vom BAFA einfach anteilig gekürzt. Umgekehrt – eine nachträgliche Erhöhung – ist dies nicht möglich.  
Die Beantragung und die Abrechnung erfolgen online. Damit ist grundsätzlich eine schnelle Abwicklung gewährleistet. Trotz erheblicher Kapazitätsaufstockung durch das BAFA gab es in der nahen Vergangenheit eine lange Bearbeitungsdauer von 12 Wochen. Es sollte vorsorglich damit gerechnet werden, dass dieser Antragsstau noch eine Weile Bestand haben wird.
Bei der Beauftragung ist auf die in der Förderrichtlinie erwähnten Nachweise zu achten. Diese werden zum Teil schon mit der Beantragung gefordert (u.a. Produktkennwerte). Da auch weiterhin mit einer großen Anzahl von Anträgen zu rechnen ist, ist es für alle Seiten von Vorteil, wenn die Antrags- und Abrechnungsunterlagen ohne Nachfrage bearbeitet werden können.
Wichtig: Wenn Sie schon nach der alten Förderrichtlinie einen Antrag gestellt haben, ist das alte Verfahren mit den alten Fördersätzen maßgeblich.
Der Antrag kann durch den Kunden, aber auch durch den Handwerker gestellt werden. Im letzten Fall wird eine Vollmacht benötigt.

Hinweis: Ab sofort ist eine Kreditförderung über die KfW für Einzelmaßnahmen nicht mehr möglich.

Wird für den Heizungstausch ein Energieeffizienzexperte benötigt?

Nein. Die Fachunternehmererklärung ist für den Heizungstausch ausreichend. Abweichend hiervon können die Inhalte dieser Erklärung aber auch von einem Experten der Energieeffizienz-Experten-Liste (www.energie-effizienz-experten.de) bescheinigt werden („Bestätigung zum Antrag“). Die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung wurde in die BEG integriert. Sie kann neben der Förderung für die Heizung zusätzlich mitbeantragt werden.

Achtung: Wenn ergänzend zum Beispiel die Kellerdecke gedämmt wird, ist die Einbindung eines Energieeffizienzexperten notwendig.

Der Antragseingang beim BAFA wurde bestätigt. Eine Förderzusage wurde aber noch nicht erteilt. Wie verhalte ich mich?

Bedingt durch die grundlegende Veränderung der Förderung und durch die deutlich erhöhten Förderbeträge kann es zu längeren Bearbeitungszeiten kommen. Sobald der Antrag beim BAFA eingegangen ist, kann grundsätzlich mit der gewünschten Maßnahme begonnen werden. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die Beauftragung des Handwerkers erfolgen kann. Das Risiko der Genehmigung bzw. der Förderhöhe trägt grundsätzlich der Antragsteller (Kunde). Bei schneller Durchführung ist damit zu rechnen, dass die ausgezahlte Förderung deutlich nach der Rechnungslegung durch den Handwerker erfolgt. Die Zwischenfinanzierung durch den Kunden bis zur Auszahlung durch das BAFA erfolgt also eventuell über einen längeren Zeitraum. Wenn die Sicherheit einer Förderzusage gewünscht wird, aber trotzdem mit vorbereitenden Maßnahmen (mit geringem finanziellem Risiko) angefangen werden soll, empfiehlt sich eine vertragliche Klarstellung. Zum Einen sollte klargestellt werden, dass der Betrieb nicht das Risiko der Fördergenehmigung übernimmt und zum anderen, dass bereits ausgeführte Leistungen auch bei nicht gegebener Förderung vergütungspflichtig bleiben.

Musterformulierung: Der Vertrag wird in der Erwartung einer Förderzusage in beantragter Höhe geschlossen. Der Auftragnehmer übernimmt nicht das Risiko der tatsächlichen Förderzusage. Bei nicht gegebener Förderung werden die Vertragsparteien den Vertrag anpassen. Bereits ausgeführte Leistungen (auch Planungs- und Vorbereitungsleistungen) bleiben in jedem Fall vergütungspflichtig.

Wie wird sich das Programm weiter entwickeln?

Aufgrund des Krieges in der Ukraine ist eine Prognose derzeit unmöglich. Entgegen der ursprünglichen Planung erfolgte eine Überarbeitung des Förderprogramms nicht 2023 sondern schon im Sommer 2022. Weitere Überarbeitungen sind geplant. Vorsichtshalber sollte davon ausgegangen werden, dass es eine geringe Vorwarnzeit bei Änderungen geben wird. Es erscheint daher ratsam, dass Förderanträge auch bei langen Lieferzeiten für den Wärmeerzeuger zügig gestellt werden, um die aktuellen Konditionen und Anforderungen zu sichern. Nach Erfahrungen aus der Vergangenheit erscheint es wahrscheinlich, dass ein nachträglicher Wechsel in ein späteres Förderprogramm nicht möglich ist. Ein zeitiger Förderantrag ist dann aber auch mit dem Risiko verbunden, dass eventuelle Verbesserungen nicht genutzt werden können.

Downloads und Links (bezogen auf Sanierung im Bestand)