Energiewende im Wärmemarkt

Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, Foto: BMWi

Handwerk bereit für Energiewende im Wärmemarkt

Veraltete Heizungssysteme sind häufig überdimensioniert und ineffizient. Sie verursachen mehr Emissionen pro erzeugter kWh Wärme. Moderne Anlagen setzen auf Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit. Eine Energieeinsparung von 30 Prozent durch Heizungssanierung ist nicht selten.

Deutschlands Immobilienbesitzer schätzen das energetische Potenzial ihrer alten Heizungsanlagen falsch ein. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) gaben an, dass sie ihre Heizung in den nächsten fünf Jahren nicht modernisieren wollen, obwohl sie mindestens 15 Jahre oder älter ist.  

Die große Mehrheit der Nichtmodernisierer (89 Prozent) hält ihre Heizungsanlage noch für funktionstüchtig oder effizient genug und auf dem Stand der Technik. „Eine Fehleinschätzung, die die Umwelt belastet und durch einen zu hohen Energieverbrauch bares Geld kostet“, urteilt Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK.    

Die Bundesregierung setzt zur Einhaltung ihrer Klimaschutzzusagen verstärkt auf Maßnahmen im Wärmemarkt. 

Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: „Gerade bei ineffizienten Heizkesseln kann viel Energie eingespart werden. Mit dem für die Verbraucher kostenlosen Effizienzlabel für alte Heizkessel sollen diese besser informiert und beim Energiesparen unterstützt werden. Das Label, das bereits von den Hausgeräten bekannt ist, soll ihnen helfen, schnell und leicht verständlich einen Überblick über den Zustand ihres alten Heizkessels zu bekommen. So sollen sie motiviert werden, bestehende Energieberatungsangebote zu nutzen und über den Austausch ihres alten Heizkessels nachzudenken.“

Die billigste und klimafreundlichste Kilowattstunde ist die, die nicht verbraucht wird. Diese einfache Wahrheit bekommt anlässlich des Weltklimagipfels in Paris ein neues Gewicht. So forciert die Bundesregierung ihre Bemühungen, die nationalen Einsparziele zu erreichen. Maßgeblich unterstützen wird sie dabei das Heizungsbauerhandwerk. Dessen Betriebe sollen ab Jahresbeginn 2016 mit staatlich geförderten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und CO2-Minimierung die Energiewende im Wärmemarkt voranbringen.  

Dabei sind die Heizungsmodernisierung und der Austausch ineffizienter Heizungspumpen die wichtigsten Faktoren. Da die Zeit drängt, werden diese Maßnahmen mit millionenschweren Fördermitteln flankiert.  

Energielabel, Heizungs-Check und Pumpentausch sind die Instrumente, die seit Anfang des Jahres 2016 dafür sorgen sollen, die Sanierungsrate im Heizungskeller von derzeit jährlich drei Prozent deutlich zu steigern. Den Auftakt macht dabei das nationale Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen, das ab 2016 unter anderem von den Heizungsfachbetrieben vergeben werden kann – für Heizkessel Baujahr 1986 oder älter. Ab 2017 werden dann Jahr für Jahr nach einem Fristenplan auch Kessel jüngeren Einbaudatums ins Visier genommen. SHK-Handwerker können die Handwerker-App "Heizungsoptimierung" für die Beratung zur geförderten Heizungsoptimierung vor Ort nutzen.

Nach Schätzungen des Zentralverbandes könnten jährlich 7,6 Mio. t CO2 vermieden werden, wenn die rund 22 Mio. alten Heizungspumpen gegen Hocheffizienzpumpen ausgetauscht würden. Würde die Heizkesselsanierungsrate verdoppelt, wäre zusätzlich eine Vermeidung von 7,2 Mio. t CO2 möglich.

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