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Der Mensch und das Raumklima
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Kontrollierte, mechanische Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung

Durch nachträgliche Dämmmaßnahmen im Gebäudebestand und die immer dichtere Bauweise im Neubaubereich – Stichwort: Niedrigenergie- und Passivhaus – hat sich der Heizwärmebedarf drastisch reduziert. Die negative Folge dieses aus energiepolitischen und volkswirtschaftlich Gründen wünschenswerten Effektes ist jedoch, dass die Einhaltung des aus hygienischen Gründen erforderlichen Mindestluftwechsels von 0,5 h-1 kaum mehr realisierbar ist. Ein Feuchteabtransport, wie er bei früheren Bauweisen unbemerkt ablief, ist heute nicht mehr sichergestellt. Und auch Schadstoffe wie Kohlendioxid, Formaldehyd, Tabakrauch und Ausdünstungen aus Baumaterialien, Einrichtungsgegenständen und Haushaltschemikalien müssen aus dem Raum abgeführt werden, um ein unter hygienischen und gesundheitlichen Aspekten zuträgliches Wohnraumklima zu schaffen. Um all diese Schadstoffe und Feuchten abzuführen, hat sich der Einsatz von Systemen zur mechanischen Wohnungslüftung tausendfach bewährt. Für die unterschiedlichen Einsatzbereiche bietet der Markt eine Vielzahl verschiedener Systeme an.


Systemausführung der mechanischen Be- und Entlüftung

Grundsätzlich werden in einer Grobstruktur zwei Systemvarianten unterschieden: Die dezentrale Lüftungsanlage, die in aller Regel für die Be- und Entlüftung einzelner Räume zum Einsatz kommt, sowie die Zentrallüftungsanlage, die für die Be- und Entlüftung der gesamten Wohnung konzipiert ist. Zur nachträglichen Montage in bestehende Gebäude sind dezentrale Lüftungsgeräte besonders gut geeignet, da sich der Installationsaufwand auf ein Minimum reduziert. Das Prinzip der Zentralanlagen, die idealerweise in der Kombination mit einem Wärmerückgewinnungssystem konzipiert werden, ist relativ einfach:

Aus den Nassräumen Küche, Bad und WC, wo besonders viel Feuchtigkeit, Geruchs- und Schadstoffe anfallen, wird die Luft kontinuierlich abgesaugt und einem Wärmerückgewinnungssystem zugeführt. Aus dem Freien wird an geeigneter Stelle Frischluft angesaugt, gefiltert und in dem Wärmerückgewinnungssystem durch die Wärme der Abluft vorgewärmt. Diese Frischluft wird dann den Wohn- und Schlafräumen wieder zugeführt. Durch die Wärmerückgewinnung können rund 60 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärme zurückgewonnen werden, was bedeutet, dass in der Übergangszeit auf ein zusätzliches Heizsystem weitgehend verzichtet werden kann. Mit Hilfe dieser Systeme wird problemlos der von Medizinern und Hygieniekern geforderte Frischluftanteil von 30 Kubikmeter frischer Luft in der Stunde pro Mensch realisiert.

Mechanische Wohnungslüftungssysteme lassen sich sinnvoll mit innovativen gebäudetechnischen Systemen wie Gas- Brennwert-Heiztechnik, Wärmepumpen, solaren Systemen oder Erdwärmetauschern kombinieren. Weiterhin ist die Verbindung von Wohnraumlüftung und Lüftungsheizung möglich, wobei dem Wärmetauscher eine Wärmepumpe nachgeschaltet wird. Eine ökologisch hochinteressante Lösung bildet die Verbindung von solarer Energiegewinnung und Lüftungssystem. Hierbei wird die solare Wärme nur dann für die Außenlufterwärmung genutzt, wenn die Kollektoren weniger als 30° C Wärme erzeugen, und somit keinen effektiven Beitrag zur Brauchwassererwärmung darstellt. Auf diese Weise kann die Solarenergie auch noch bei bewölktem Himmel sinnvoll genutzt werden. Neben der solaren Energie kann jedoch auch die Erdwärme zur Energiegewinnung genutzt werden. In diesem Fall wird der Außenluftkanal in zwei Metern Tiefe durch das Erdreich geführt, wobei sich die Luft auf angenehme Temperaturen vorwärmt, bevor sie in das Haus eingeleitet wird. Der Vorteil dieser Lösung mit Erdwärmetauscher ist jedoch nicht nur in der Erwärmung begründet, vielmehr ist im Sommer auch die Kühlung der Außenluft möglich. Diese Zusammenfügung von fortschrittlicher Heiztechnik, alternativer Energiegewinnung und innovativer Systemtechnik zur mechanischen Be- und Entlüftung stellt eine sinnvolle Verbindung dar, um Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen.